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Die Lage in Hessen: Chancen für Faeser und Al-Wazir steigen

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Von: Pitt v. Bebenburg

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier waren bei der ersten Hochrechnung noch zuversichtlich.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier waren bei der ersten Hochrechnung noch zuversichtlich. © Michael Kappeler/dpa

Die Bundestagswahl lässt SPD und Grüne in Hessen für die Landtagswahl in zwei Jahren hoffen. Ein Kommentar.

Wiesbaden - Das Ergebnis der Bundestagswahl 2021 vom Sonntag dürfte der hessischen SPD-Vorsitzenden Nancy Faeser vor Freude rasch wieder auf die Beine helfen. Die Sozialdemokratin hatte am Ende eines anstrengenden Wahlkampfs einen Schwächeanfall erlitten und musste die Prognosen am Abend aus dem Krankenzimmer verfolgen. Da bekam sie Balken ihrer Partei zu sehen, die ungeahnte Höhen erreichten. Zugleich hatte die Partei des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, die CDU, einen politischen Schwächeanfall erlitten.

Das Resultat kann Faeser und ihrer SPD Hoffnung machen, die in keinem Bundesland außer Bayern so lange auf eine Regierungsbeteiligung warten muss wie in Hessen. Inzwischen sitzt die SPD seit 22 Jahren in der Opposition im Wiesbadener Landtag. Bei der vergangenen Landtagswahl landeten die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten erstmals nur auf Platz 3.

Grüne in Hessen: Erfolgreich wie nie

Nach der Bundestagswahl vom Sonntag können sie Hoffnung schöpfen. Traditionell schneidet die SPD in Hessen besser ab als im Bundesschnitt, während die Union etwas schlechter dasteht.

Die Erfahrungen der vergangenen Landtagswahlen in anderen Bundesländern zeigen, dass gegen solche Trends vor allem eines hilft: ein beliebter Amtsinhaber oder eine beliebte Amtsinhaberin. In Hessen ist aber ungewiss, ob Ministerpräsident Bouffier in zwei Jahren wieder antritt oder nicht – und erst recht, ob er dann beliebt ist.

Die Chancen steigen für Sozialdemokratin Faeser, die einen noch längeren Anlauf für das Amt nehmen kann als ihr Parteifreund Olaf Scholz in Berlin. Aber auch für den Grünen Tarek Al-Wazir, den aktuellen Vize-Regierungschef Bouffiers, sieht es nach dieser Bundestagswahl gut aus. Die Grünen schnitten bei der Bundestagswahl am Sonntag so erfolgreich ab wie noch nie – nachdem sie mit Annalena Baerbock erstmals eine Kanzlerkandidatin aufgeboten hatten. Vieles spricht derzeit dafür, dass die Grünen in Hessen in zwei Jahren erstmals mit einem Ministerpräsidentenkandidaten an den Start gehen werden – das dürfte Al-Wazir sein.

Das alles spricht nicht für Volker Bouffier und seine Union. Allerdings zeigt die Bundestagswahl auch, wie rasant sich die Präferenzen der Wahlbürgerinnen und -bürger verschieben können. Zwei Jahre sind eine lange Zeit – auch, um sich von einem Schwächeanfall gründlich zu erholen. (Pitt v. Bebenburg)

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