Schon bald wird Atommüll nach Biblis zurückgebracht.
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Schon bald wird Atommüll nach Biblis zurückgebracht.

Atommüll

Castortransport macht Polizei Mühe

Das Innenministerium sieht eine „große Herausforderung“. Die sechs Castoren sollen um den 1. November herum mit dem Zug von Nordenham über Göttingen, Frankfurt und Darmstadt ins stillgelegte Atomkraftwerk Biblis gebracht werden. 

Nach der Entscheidung des Bundesumweltministeriums, am umstrittenen Transport von Castorbehältern mit Atommüll aus dem britischen Sellafield ins südhessische Zwischenlager in Biblis festzuhalten, sieht sich das Hessische Innenministerium mit einer großen Herausforderung konfrontiert. Allerdings sei man darauf auch gut vorbereitet, heißt es.

Die sechs Castoren sollen um den 1. November herum mit dem Zug von Nordenham über Göttingen, Frankfurt und Darmstadt ins stillgelegte Atomkraftwerk Biblis gebracht werden. Ein Aktionsbündnis will das verhindern und sieht bei der Lagerung große Risiken für die Umwelt. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte wegen der Corona-Krise um eine abermalige Verschiebung des ursprünglich für April geplanten Transports gebeten.

Ein Sprecher von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat am Freitag mitgeteilt, das Ministerium halte den Transport zum jetzigen Zeitpunkt für erforderlich. Die Beteiligten hätten wegen der Pandemie ein gesondertes Hygienekonzept erstellt.

Mehrere Tausend Polizisten müssen den Transport sichern, zudem sind zahlreiche Demonstrierende zu erwarten. Bei der „derzeitigen Infektionslage in Hessen sowie dem kräfteintensiven Einsatz zum Lückenschluss der A49“ sei die Begleitung eines Castortransports für die hessische Polizei „natürlich eine zusätzliche Herausforderung“, teilte das Hessische Innenministerium auf Anfrage mit. „Die hessische Polizei ist aber in der Lage, ihren Part übernehmen.“

Das Polizeipräsidium Südhessen habe schon im September 2019 einen Vorbereitungsstab eingerichtet. Den Polizisten stehe eine umfangreiche persönliche Schutzausrüstung mit Atemschutzmasken, Schutzbrillen und Desinfektionsmittel zur Verfügung. (pgh/dpa)

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