Der Transport enthält Behälter mit strahlendem Atommüll (Symbolbild).
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Der Transport enthält Behälter mit strahlendem Atommüll (Symbolbild).

Atommüll

Castor-Transport aus England ins Atomkraftwerk Biblis gestartet

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Sechs Behälter mit radioaktivem Atommüll werden am Montag in Südhessen erwartet. Die Proteste werden wegen Corona wohl kleiner als sonst ausfallen müssen.

Am Dienstagabend gegen 21 Uhr hat sich ein Schiff mit sechs Castoren von der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield Richtung deutsche Küste aufgemacht. Der Transport der Behälter mit strahlendem Atommüll sollte bereits im April stattfinden und wurde damals wegen Corona verschoben.

„Wir gehen davon aus, dass nach dem Umladen vom Schiff auf den Zug der Transport auf dem Landweg in der Nacht von Sonntag auf Montag startet“, sagte Herbert Würth, Sprecher des Aktionsbündnisses „Castor stoppen“. In Biblis werden die Behälter dann etwa zwölf Stunden später erwartet, also im Laufe des Montags. Dort sollen sie im stillgelegten Atomkraftwerk verbleiben, bis in ferner Zukunft ein Endlager zur Verfügung steht.

Das Aktionsbündnis ruft deshalb zu einer Mahnwache und Protesten auf. Der Transport sei unsinnig und gefährlich, sagte Würth. Auch die Lagerung in Biblis selbst sieht das Aktionsbündnis als hochgefährlich an, da weder das Lager selbst noch die Behälter für eine jahrzehntelange Aufbewahrung ausgelegt seien.

Bei den Protestaktionen und der Mahnwache würden die Hygieneregeln zur Vermeidung von Covid-19-Infektionen eingehalten, versicherte Würth. Allerdings geht das Aktionsbündnis davon aus, dass aufgrund der Pandemie weniger Atomkraftgegner als sonst mobilisiert werden können.

In Biblis findet die Mahnwache direkt am Bahnhof statt. Das Bündnis fordert die Stilllegung auch der verbliebenen sechs deutschen Atomkraftwerke, den Stopp der Castor-Transporte sowie eine schnelle Umsetzung der Energiewende.

Am heutigen Donnerstag wollen das hessische Umweltministerium als zuständige Aufsichtsbehörde, der Kraftwerksbetreiber RWE sowie Vertreter der beteiligten Logistik-Unternehmen über den Transport informieren.

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