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Peter Balzer betreibt mit seiner Mutter Ursula die Feuerwerkerei Schwab in Frankfurt.
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Peter Balzer betreibt mit seiner Mutter Ursula die Feuerwerkerei Schwab in Frankfurt.

Silvester-Feuerwerk

Böllerverbot in Hessen: Die „Böse Nachbarin“ und die „Beatbox“ bleiben im Lager

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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In der Frankfurter Feuerwerkerei Schwab herrscht zu Silvester Flaute statt Hochbetrieb. Pyrotechnik ist in der Corona-Pandemie abgesagt. Auch auf den Sommerfesten war nichts zu verdienen.

Nur um mal möglichen Vorurteilen zu begegnen: Es ist überhaupt nicht so, dass Peter Balzer zum Jahresende hin in der Schule immer deshalb besonders beliebt gewesen wäre, weil er die dicksten Böller und tollsten Raketen besorgen konnte. Hätte er zwar können, hat er aber nicht, wie er glaubhaft versichert.

Balzer entstammt einer Feuerwerker-Familie. Vater und Mutter hatten kurz nach seiner Geburt die 1927 gegründete Feuerwerkerei Schwab in Frankfurt übernommen, die Balzer und seine Mutter Ursula inzwischen gemeinsam führen. „Ich bin damit groß geworden“, sagt der heute 47-Jährige.

Nur Jugendfeuerwerk im Verkauf

Eigentlich würde das Geschäft jetzt brummen. Eigentlich. Brummt aber nicht. Ist ja Corona. Böllerverkauf verboten. Zum zweiten Mal in Folge.

An den (fast immer männlichen) Kunden gebracht werden darf lediglich Feuerwerk der Kategorie I, das ist das ganzjährig verfügbare Kinder- und Jugendfeuerwerk: Knallbonbons, Wunderkerzen, bengalische Lichter. Nicht der Rede wert, wenn man wie Balzer ausgebildeter Pyrotechniker ist. Der Kleinkram macht nur einen Bruchteil vom üblichen Umsatz aus. Solche ebenso klang- wie verheißungsvollen Feuerwerksbatterien wie die „Böse Nachbarin“, „Eis-sphinx“ oder „Beatbox“ bleiben im Regal bzw. gut gefüllten Lager.

Schon im Sommer nix los

Weggebrochen ist nicht nur das Silvestergeschäft. Auch die Feste und Firmenfeiern, die mit himmlischen Spektakel einher gehen und laut Balzer rund zwei Drittel vom Umsatz ausmachen, sind fast alle weggefallen.

„Zum Mainfest fahren wir normalerweise mit zwei LKW und zwei Mercedes Sprintern“, erzählt er. Da kracht und zischt und leuchtet es dann richtig am Himmel über Frankfurt. Abgesagt. Laternenfest Bad Homburg, abgesagt. Schlossfest Höchst, abgesagt. Dippemess, kein Feuerwerk. „Dieses Jahr waren wir zum Herbstfest in Limburg, da hat ein Sprinter für den Transport völlig ausgereicht“, erzählt Balzer. Und dann gab es noch eine, wirklich nur eine einzige Firmenveranstaltung. „Da bin ich mit dem VW Caddy hingefahren“, macht Balzer die Dimensionen deutlich.

Aufgeben will er trotzdem nicht. Die staatlichen Überbrückungshilfen funktionierten „so okay“, sagt er, hätten die größte Not gelindert. Für die Mini-Jobber und -Jobberinnen, die Ursula und Peter Balzer in normalen Jahren beim Silvestergeschäft zur Hand gehen, gab es allerdings wieder nichts zu verdienen.

Kritik am Böllerverbot

Dass das staatliche Böllerverbot viel bringt, glaubt Balzer nicht. „Gerade mal fünf Prozent der Menschen, die an Neujahr in die Notaufnahme kommen, haben eine Verletzung aufgrund von Feuerwerk“, sagt er. Bei den meisten seien es der Alkohol oder Schlägereien. Und Knallerei könne man auch illegal besorgen, wenn man denn wolle. Was die Sicherheit der Zündkörper und deren Nutzer wohl kaum erhöhe.

Ein wenig Feuerwerk wird es bei Balzers in diesem Jahr aber doch geben. Ganz privat und in kleinem Kreis, aber immerhin. Prahlen damit will er aber nicht. Hat er ja auch früher nicht gemacht.

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