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Michael Boddenberg ist seit vier Wochen hessischer Finanzminister. 
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Michael Boddenberg ist seit vier Wochen hessischer Finanzminister. 

Hessen

Hessen: Männer führen fast alle Landesfirmen

Frauen sind in Gremien und Geschäftsführungen von Unternehmen und Stiftungen des Landes Hessen deutlich unterrepräsentiert. Doch es gibt Ausnahmen

Frauen fehlen zu oft in Führungspositionen. Das betrifft nicht nur die hessischen Ministerien. Es gilt auch für die Unternehmen in Landesbesitz und die Landesstiftungen – also bei Einrichtungen, in denen die Landesregierung über die Personalien mitbestimmen kann.

Zum Beispiel bei der Flughafen-GmbH Kassel, die den kleinen Airport im nordhessischen Calden betreibt. Dessen Geschäfte führt Lars Ernst. Dem Aufsichtsrat sitzt Finanzstaatssekretär Martin Worms vor, als Stellvertreter amtieren Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle und der Landrat des Landkreises Kassel, Uwe Schmidt.

Frauen: Fehlanzeige

Insgesamt sind sieben Personen in Geschäftsführung und Aufsichtsgremium der Flughafen GmbH tätig, die zu gut zwei Dritteln dem Land Hessen gehört. Frauen: Fehlanzeige. Das geht aus der Antwort von Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) auf eine Anfrage der Linken hervor. Er bezieht sich auf den Stand von Ende 2019.

„Reine Männerbünde“

Acht landeseigene Unternehmen, darunter eben die Kasseler Flughafen-GmbH, seien „reine Männerbünde“, formuliert die Linken-Abgeordnete Christiane Böhm. Dabei handele es sich immerhin um 28 Prozent der Unternehmen mit Landesbeteiligung. Dieses Ergebnis sei „erschreckend und beschämend“, findet Böhm.

Die Frankfurter Flughafenbetreiberin Fraport ist in dem Bericht nicht aufgeführt, da nur Unternehmen mit einer Landesbeteiligung von mehr als 50 Prozent berücksichtigt wurden. An Fraport hält das Land knapp ein Drittel der Anteile. Auch hier gilt: Eine Frau (Anke Giesen) unter fünf Vorstandsmitgliedern, im Aufsichtsrat sechs Frauen und 14 Männer.

Ausnahmen in Messel und Darmstadt

Die männliche Dominanz zieht sich durch – von der Nassauischen Heimstätte über die Hessische Landesbahn bis zu kleineren Unternehmen. Alleinige Geschäftsführerinnen gibt es immerhin beim Welterbe Grube Messel mit Marie-Luise Frey und beim Institut Wohnen und Umwelt in Darmstadt mit Monika Meyer.

Unter den 29 Unternehmen und zehn Stiftungen, deren Frauenanteil in der Führungsetage und den Aufsichtsgremien Minister Boddenberg ausweist, finden sich nur in einer Institution mehr Frauen als Männer. Doch auch dieses Beispiel gilt inzwischen nicht mehr.

Mann löste Frau ab

Denn beim Landesjugendsinfonieorchester hat Jens Bastian in diesem Jahr die Geschäftsführung von Charlotte Gjesdahl übernommen. Ein Mann löste also eine Frau ab. Immerhin – im Aufsichtsrat der Orchester-GmbH haben Kunst-Staatssekretärin Ayse Asar, Sandra Birgit Strobl aus der Staatskanzlei und die Präsidentin des Landesmusikrates Hessen, Ursula Jungherr, die Mehrheit gegenüber zwei männlichen Mitgliedern.

Die umgekehrte Entwicklung gab es bei der Hessen Film- und Medien-Gmb. Dort folgte Anna Schoeppe als Geschäftsführerin im vorigen Jahr auf Hans Joachim Mendig. Da auch im Aufsichtsrat die Frauen in der Überzahl sind, ist dies in den Entscheidungsgremien das weiblichste Landesunternehmen.

Vorgaben für Dax-Konzerne nicht erfüllt

Die Linken-Abgeordnete Böhm stellt fest, dass zahlreiche Unternehmen und Stiftungen unter Verantwortung der Landesregierung „nicht annähernd die Vorgaben des Bundes für Dax-Konzerne“ erfüllten, die ohnehin schon unzureichend seien. Die schwarz-grüne Landesregierung müsse „umgehend ein Konzept entwickeln, wie diese frauenfeindlichen Strukturen aufgebrochen werden“, forderte sie.

Bei früheren Anfragen hatte sich herausgestellt, dass die zentralen Posten in den Ministerien ebenfalls ganz überwiegend mit Männern besetzt sind. Abteilungsleiterinnen sind dabei noch seltener als Ministerinnen und Staatssekretärinnen.

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