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Das Inklusionshaus in Waldernbach: Hier soll ein Bistrot und eine Werkstatt entstehen, in denen Bewohner:innen arbeiten können.
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Das Inklusionshaus in Waldernbach: Hier soll ein Bistrot und eine Werkstatt entstehen, in denen Bewohner:innen arbeiten können.

Kirche

Bistum Limburg: Geld für soziale Wohnprojekte statt für Protzbauten

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Die katholische Diözese Limburg gibt 17 Millionen Euro für sozial und städtebaulich vorbildliche Vorhaben. Und sich selbst ein anderes Image.

Das Bistum Limburg fördert mit 17 Millionen Euro den Bau oder die Erweiterung von Wohnanlagen. Ziel der Wohnrauminitiative ist es, Projekte zu unterstützen, die gemeinschaftsfördernd und barrierearm sind sowie sich in ein gewachsenes Umfeld einfügen und dieses stärken.

Das erste Bauvorhaben, das aus dieser Initiative entstanden ist, ist das Inklusionshaus Dorfmitte in Mengerskirchen-Waldernbach. Es erfüllt in geradezu beispielhafter Weise die Anforderungen, die an die Vergabe der Fördermittel geknüpft sind. Es ist anstelle von zwei abbruchreifen Einfamilienhäusern im Ortskern des Dorfes entstanden und soll diesen beleben helfen.

In dem vom hessischen Sozialministerium ausgezeichneten Projekt sind insgesamt 14 Wohnungen entstanden. Sieben werden frei vermietet, sieben weitere gehören zu einer Wohngruppe von Menschen mit Behinderungen, die in dem Haus vom Verein „Mittendrin für alle“ betreut werden. Bauträgerin und Vermieterin ist eine örtliche Genossenschaft.

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis beträgt acht Euro. Es gibt dort Gemeinschaftsräume, in dem Haus soll zudem ein Bistro eingerichtet werden, das den Mitgliedern der Wohngruppe Arbeit bietet. Das Bistum tritt lediglich als Förderer auf und hat das Inklusionshaus mit 170 000 Euro unterstützt.

DAs Bistum

Der größte Teil des Bistums Limburg liegt in Hessen, ein kleinerer Teil auf dem Gebiet von Rheinland-Pfalz. Dazu gehören die Städte Frankfurt, Wetzlar und Wiesbaden. Seit 2016 ist Georg Bätzing Bischof von Limburg als Nachfolger von Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Die größte Kirche des Bistums ist der Kaiserdom in Frankfurt, Bischofssitz ist der Limburger Dom.

Im Bistum leben rund 600 000 Katholiken, sie machen etwa 25 Prozent der Bevölkerung des Gebietes aus. pgh

„Wir wollen als Kirche nicht mehr einfach etwas für die Menschen entwickeln, sondern gemeinsam etwas mit ihnen“, erläuterte Bischofsvikar Christof May den Ansatz der Wohnrauminitiative. Wohnen, Leben und Arbeiten sollten möglichst miteinander verbunden sein.

Bischof Georg Bätzing hat die 17 Millionen Euro dafür aus dem Vermögen des bischöflichen Stuhls zur Verfügung gestellt. Das Geld stammt auf dem aufgelösten Sankt Georg Siedlungswerk, aus dem einst der Bau von Wohnungen für Vertriebene wie Egerländer und Sudetendeutsche finanziert worden sind. Die Gelder dürften nur zweckgebunden für die Errichtung von Wohnraum eingesetzt werden, erklärte Bistumssprecher Stephan Schnelle.

Weitere Projekte seien bereits auf dem Weg, sagte Fabrizio Suma. Der Stadtplaner ist Referent des Bistums für die Wohnrauminitiative. Sie entstünden im Rheingau-Taunus-Kreis, im Westerwald sowie in Frankfurt. Um was genau es sich dabei handelt, wollte er noch nicht mitteilen. Laut Bischofsvikar May ist beispielsweise auch die Förderung von Wohnraum für Studierende oder Menschen mit geringem Einkommen denkbar, die sich sonst Wohnungen im Ballungsraum Frankfurt-Rhein-Main kaum leisten könnten.

Mit einem Projekt wie dem Inklusionshaus schlage man zwei Fliegen mit einer Klappe, sagte Nicole Schäfer vom Verein Mittendrin für alle. Es gebe bezahlbare Wohnungen für Menschen mit Behinderungen und der Ortskern habe eine neue Mitte.

Mit der Wohnrauminitiative schafft sich das Bistum auch ein neues Image als Förderer sozialer Bauprojekte. Das grenzt sich scharf vom Skandal um den sehr teuren Bau des Bischofssitzes durch Bätzings Vorgänger Franz-Peter Tebartz-van Elst ab.

Der Gemeinschaftsraum der Wohngemeinschaft. Hier können die Bewohnerinnen und Bewohner zusammenkommen.

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