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Der neue Campus Westend der Frankfurter Universität.
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Der neue Campus Westend der Frankfurter Universität.

Hessen

Bisher schnitt Hessen mäßig ab - jetzt will es exzellente Unis

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Hessens Wissenschaftsministerin Dorn strebt „vielfältige Profile“ der Hochschulen an und fördert gezielt herausragende Forschung. Bei der Finanzierung von Stellen gibt es Differenzen.

Mehr Frauen auf Professorenstellen, mehr unbefristete Beschäftigung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und endlich bundesweit anerkannte Exzellenzunis in Hessen: Das sind einige Ziele in der Hochschulpolitik der schwarz-grünen Landesregierung.

„Für uns ist nicht wie für manche andere Exzellenz in der Forschung das allein seligmachende Kriterium – wir setzen auf Mut zum vielfältigen Profil“, sagte Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) in einer Regierungserklärung am Dienstag im hessischen Landtag. Sie lehne aber nicht „wie manche andere“ Exzellenz in der Forschung ab und verwechsele Hochschulen mit Volksbildungsanstalten. „Wir wissen, dass es ohne Exzellenz keine wissenschaftliche Innovation und auch keine gute Lehre auf der Höhe der Zeit gibt“, sagte Dorn.

Exzellente Hochschulen: Ministerin Dorn will „nicht einfach auf Hypes“ setzen

Als Beispiel dafür, dass man in der Wissenschaft „nicht einfach auf Hypes“ setzen dürfe, nannte die Ministerin das Forschungszentrum Druid, an dem die Unis Marburg, Gießen und Frankfurt sowie das Paul-Ehrlich-Institut in Langen beteiligt sind. Es erforscht seit 2018 „vernachlässigte tropische Krankheiten“ – darunter Coronaviren. „Jetzt können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf diesen Erkenntnissen und diesem Netzwerk aufbauen“, lobte Dorn.

Bisher hatten hessische Hochschulen bei der bundesweiten Exzellenzinitiative immer mäßig bis schlecht abgeschnitten. Das will die Ministerin ändern. Zur Vorbereitung gab es einen internen hessischen Wettbewerb. Nun würden sechs Forschungsvorhaben mit insgesamt 50 Millionen Euro bis 2025 gezielt unterstützt, schilderte die Grünen-Politikerin.

Hessische Universitäten fordern mehr Geld - Ministerin verweist auf viele Verbesserungen

Als Kern der Hochschulförderung nannte sie den im vorigen Jahr unterzeichneten Hochschulpakt, der seit diesem Jahr in Kraft ist und bis 2025 läuft. Die Mittel seien deutlich auf 11,5 Milliarden Euro angehoben worden. Für Verlässlichkeit sorge insbesondere ein deutlicher Anstieg der Grundfinanzierung von 5,6 auf 8,2 Milliarden Euro. Diese Summe wachse Jahr für Jahr um vier Prozent. Hinzu kämen das Bauprogramm Heureka für Hochschulen mit 1,7 Milliarden Euro und der Digitalpakt mit 112 Millionen Euro. Außerdem schaffe das Land 300 neue Stellen für Professorinnen und Professoren im Land, um die Betreuungsrelation zu verbessern.

Die Darmstädter Unipräsidentin und Sprecherin der hessischen Universitäten, Tanja Brühl, sagte in einem Pressegespräch, dass das Land nur eine „Anfinanzierung“ von rund 83 000 Euro pro Stelle zahle. Eine Professur samt Mitarbeiterteam koste die Unis aber rund 400 000 Euro im Jahr. Dorn entgegnete, dass sich das Land erstmals auf diese Weise beteilige. „Es gab bisher immer nur Stellenhülsen“, sagte sie. „Es gab noch nie eine Teilfinanzierung.“

Die SPD urteilte, die Aufstockung der Mittel sei „längst überfällig“. Die sozialdemokratische Abgeordnete Daniela Sommer sagte, vorher habe die Regierung die Hochschulen „kaputtgespart“. Das Land sei daher mitverantwortlich für die schlechte Betreuungsrelation, das schwache Abschneiden bei der Exzellenzinitiative, bauliche Missstände und prekäre Beschäftigung an den Hochschulen.

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