Gastbeitrag

Bei nachhaltiger Wirtschaftsweise vorangehen

Von Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des Nabu, Naturschutzbund Hessen.

Vor 75 Jahren hatte die Natur im Bewusstsein der Hess:innen noch einen anderen Stellenwert, und Entwicklungen, auf die wir heute zurückblicken, waren zu der Zeit nicht absehbar. Auch der Naturschutz hatte damals eher mit dem Denkmalschutz vergleichbare Ziele, die auf herausragende Einzelschöpfungen der Natur abzielte.

Inzwischen sind ökologische Zusammenhänge ins Blickfeld gerückt, und der Begriff der Nachhaltigkeit fasst zusammen, worum es gehen muss: die Ressourcen unseres Planeten so zu nutzen, dass wir unseren Kindern und Enkeln die gleichen Chancen einräumen, und das in globaler Verteilungsgerechtigkeit.

Klimakrise und Artensterben zeigen, dass wir von Nachhaltigkeit noch weit entfernt sind, wenn der Begriff auch vielfach missbraucht wird.

Im Zeitalter der Globalisierung reicht unsere Verantwortung weit über unser Bundesland hinaus. Wenn unser Beitrag im weltweiten Vergleich auch gering erscheinen mag, sollten wir als Hessen beispielgebend vorangehen. Wenn ich mich im Moment in der Welt umschaue, weiß ich den Zufall immer mehr zu schätzen, in Deutschland und zur richtigen Zeit geboren zu sein. Dieses unverdiente Privileg sollten wir als Verpflichtung betrachten.

Im NABU Hessen engagieren wir uns für den Natur- und Klimaschutz und versuchen, beides zusammen zu denken. Ein Ausbau der erneuerbaren Energien, der auf bedrohte Tierarten Rücksicht nimmt, ist uns wichtig, ebenso eine Landwirtschaft, die nachhaltig mit den belebten und unbelebten Ressourcen umgeht und gesunde Lebensmittel produziert. Als waldreichstes Bundesland haben wir Hessen eine besondere Verantwortung für naturnahe Wälder, die in hohen Baumaltern erst ihren ökologischen Wert erreichen.

Trotz aller Hiobsbotschaften über den Zustand unserer Umwelt gibt es auch gute Nachrichten: Unser Wappenvogel, der Storch, ist wieder auf dem Vormarsch, ebenso Biber, Luchs und viele andere. Es gibt also Grund zur Hoffnung. Und was eine nachhaltige Wirtschaftsweise angeht, wünsche ich mir ein „Hessen vorn“. Wir arbeiten dran.

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