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Verkehr

Streik bei der Deutschen Bahn: Folgen in Hessen unkalkulierbar

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Das Schienenpersonal der Deutschen Bahn ist bis zum Morgen des 13. August im Arbeitskampf. Die Folgen für Hessen sind unkalkulierbar.

Frankfurt – Mitten in den hessischen Sommerferien ruft die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) zum Streik auf. Der Arbeitskampf begann am Dienstag um 19.00 Uhr mit dem Güterverkehr, gefolgt vom Personenverkehr und der Infrastruktur am Mittwoch um 2.00 Uhr. Betroffen sind einzig Verbindungen der Deutschen Bahn (DB).

In Hessen ist mit Auswirkungen im Nah- und Fernverkehr zu rechnen. Auch Pendlerinnen und Pendler sollten sich auf längere Reisezeiten einstellen. Die DB betreibt rund die Hälfte aller Regionalzugverbindungen im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) plus den gesamten S-Bahn-Verkehr. Die Hessische Landesbahn (HLB) und die Vias sind nach Auskunft von GDL-Pressesprecher Stefan Mousiol von dem Arbeitskampf nicht betroffen. Vias ist etwa auf der Odenwaldbahn sowie der Rheingau-Linie unterwegs; die HLB für Vogelsberg- und Rhönbahn zuständig.

Glück im Unglück haben die Fahrgäste der S6, deren Strecke wegen des vierspurigen Ausbaus zwischen Frankfurt-West nach Bad Vilbel derzeit ohnehin gesperrt ist. Die Ersatzbusse fahren, sagte eine Bahnsprecherin auf FR-Anfrage.

RMV-Notprogramm: S-Bahn und Regionalverkehr im Einstunden-Takt

GDL-Pressesprecher Mousiol sah sich am Dienstag nicht imstande, die konkreten Folgen für die Kundinnen und Kunden in Hessen einzuschätzen. Die hingen davon ab, wie viele der bundesweit 37.000 Mitglieder die Arbeit niederlegen. Aufgerufen seien alle von der Zugbegleiterin über die Fahrzeugführerin bis hin zum Fahrdienstleiter oder Mitarbeiter im Bordbistro. „Die Leute streiken, weil sie sich extrem schlecht behandelt fühlen.“ Entsprechend hoch sei die Streikbereitschaft. Wie viele Züge am Ende dennoch rollen werden, sei nicht vorhersehbar.

Informationen

Eine Liste der möglicherweise betroffenen Bahnlinien hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) auf seine Homepage rmv.de gestellt. Neben diversen Regionalverbindungen sind das die S-Bahnen.

Eine Alternative könnten Regionalzüge privater Verkehrsunternehmen wie etwa der Hessischen Landesbahn oder Vias sein. Auch U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse fahren planmäßig.
Die Deutsche Bahn setzt während der Streiktage hunderte zusätzliche Mitarbeiter:innen zur Reisendeninformation ein.

Die kostenlose Streikhotline der Bahn ist erreichbar unter der Nummer 0 80 00 / 99 66 33.

Der Ersatzfahrplan für den Fernverkehr ist abrufbar unter der Fahrplanauskunft auf bahn.de und in der App DB Navigator. jur

Die DB stellte am Dienstag gegen 15.00 Uhr einen Ersatzfahrplan vor. Demnach reduziert sich das Angebot im Fernverkehr am Mittwoch und Donnerstag auf rund ein Viertel. Priorität genießen besonders stark genutzte Verbindungen, unter anderem zwischen Frankfurt und Hamburg, sowie die Anbindung wichtiger Bahnhöfe und Flughäfen. Im Regional- und S-Bahn-Verkehr wird „ein Grundangebot für Schüler:innen, Berufspendler:innen sowie wichtige Zubringer zu Fernverkehrszügen oder Flughäfen“ angekündigt. „Die Anzahl der angebotenen Züge wird je nach Region stark schwanken.“ Am Abend berichtete eine Sprecherin von Plänen, zumindest im RMV die S-Bahn und den Regionalverkehr weitmöglich im Einstunden-Takt auf allen Linien anzubieten, „als Notprogramm“. Ob das gelinge hänge davon ab, wie viele Mitarbeitende streiken.

Der bundesweite Streik im Personenverkehr der Bahn hat begonnen.

Streikaufruf der GDL endet am Freitag, 13. August, um 2.00 Uhr

Von Freitag an erwartet die DB wieder einen weitgehend regulären Bahnbetrieb. Denn der Streikaufruf der GDL endet am Freitag, 13. August, um 2.00 Uhr.

Bis dahin wollen oder können nicht alle warten. „Wir sehen, dass die Menschen auf der Suche nach Alternativen sind – diese bieten wir sehr gerne auf der Straße an, so auch ab Frankfurt“, teilte das Unternehmen Flixbus auf FR-Anfrage mit. Mit Flixtrain halte es eine Alternative auf der Schiene parat. „Wir prüfen gerade, ob sich durch den GDL-Streik eventuell infrastrukturell bedingte Verzögerungen für unsere Fahrgäste ergeben.“

Die Frankfurter VGF und Traffiq kündigten an, an den beiden Streiktagen zusätzliche Wagen an die U-Bahnen zu koppeln. Das soll die Auswirkungen der Ausfälle von S-Bahnen mindern. Bei derzeit wieder steigenden Fahrgastzahlen könne so den Kundinnen und Kunden möglichst viel Platz geboten werden. (Jutta Rippegather)

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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