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Im Shopping Center MyZeil hat die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main einen Pop-up-Store eröffnet.
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Im Shopping Center MyZeil hat die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main einen Pop-up-Store eröffnet.

Innenstadt

Auszubildende dringend gesucht

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Pop-up-Store der Handwerkskammer Rhein-Main im Frankfurter My Zeil. Besucherinnen und Besucher können sich über verschiedene Berufe informieren und vieles gleichzeitig ausprobieren.

Das Fotostudio neben der Schweißkabine, der Haarsalon neben der Autolackiererei und die Maßschneiderei gegenüber der Holzwerkstatt: In einem Pop-up-Store der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main im Einkaufszentrum My Zeil finden seit Samstag all diese Gewerke auf einer Ladenfläche Platz. Über insgesamt ein Dutzend Handwerksberufe können sich Besucher:innen informieren und diese gleichzeitig ausprobieren.

„Wir sind über ein Jahr lang nicht in Schulen gewesen“, sagt die Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, Susanne Haus, zur Idee des Pop-up-Stores. „2000 Ausbildungsplätze“ seien im Rhein-Main-Gebiet derzeit noch zu vergeben. Vor allem im Bereich Sanitär, Heizung und Klima würden noch Lehrlinge gesucht. „Wir hoffen, dass es gerade in Sommerferienzeiten viele gelangweilte Menschen gibt, die hier einen Geistesblitz erhalten und sofort einen Ausbildungsvertrag unterschreiben“, sagt Haus.

Ähnlich wie die Stände auf einer Berufsbildungsmesse ist die Geschäftsfläche zwischen einem Schlüsseldienst und einem Corona-Testzentrum und gegenüber einem Eintracht-Frankfurt-Fanshop gestaltet. Wo vorher in einem Café französische Backwaren verkauft wurden, stehen nun Werkbänke, auf denen Arbeitsmaterial und Werkzeuge bereit liegen.

Auf Stellwänden dahinter wird über die einzelnen Berufe informiert. Mit Puppenköpfen können sich Interessierte an Flechtfrisuren versuchen, ein Ofenmodell aus Holz bauen oder an einem Schweißsimulator einen Metallbauberuf imitieren.

Tobias Weick von der Handwerkskammer stellt den Simulator vor, den auch Auszubildende zur Übung nutzen würden. Mit „augmented reality“ (erweiterter Realität), sagt Weick, werde gearbeitet. Dazu wird eine spezielle Brille aufgesetzt, durch die man teils virtuell, teils realistisch blickt. So kann ein virtuelles Stück Metall mit einem digitalen Brenner bearbeitet werden. „Der Materialverbrauch wird dadurch reduziert“, erläutert Weick. Auch „Rauchentwicklung“ werde bei dieser Schweißübung verhindert.

Am Stand nebenan können Interessierte mit einer Virtual-Reality-Brille in die Welt weiterer Berufe eintauchen. Dachdecken und Gerüstbau werden etwa virtuell vorgestellt. An Maximilian Köhlers Werkbank geht es noch haptisch zur Sache. Vor sich hat der 30-jährige Elektronikermeister und Ausbilder Zangen, Drähte, Schraubenzieher und Lüsterklemmen liegen. Damit können Interessierte einen Schaltkreis mit Glühbirne bauen und diese zum Leuchten bringen. Häufig herrsche ein „falsches Berufsbild“ seines Metiers. Das sogenannte „Schlitze klopfen“, also auf Baustellen Stromleitungen durch die Wände ziehen, gebe es kaum noch.

Mit der Vorstellung der Handwerksberufe und einer „technischen und kreativen Mischung unserer 130 Berufe“ wolle die Handwerkskammer auch Abiturient:innen ansprechen und mit Klischees aufräumen, berichtet Sprecherin Patricia Borna. „Sehr schmutzig, wenig verdienen, hart anpacken“ seien gängige Vorurteile, die so nicht mehr stimmten.

Ein „gutes Auskommen“ verspricht auch Fahrzeuglackierermeister Mariusz Dechnig. Mit Airbrushfarbe, die auch bei der Lackierung von Autos verwendet wird, könnten Interessierte an seinem Stand „kreativ werden“. Voraussetzung für die Ausbildung seien ein „Hauptschulabschluss, handwerkliches Geschick und Geduld“, sagt der 48-Jährige.

Montags bis samstags ist der Pop-up-Store der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main im My Zeil, zweiter Stock, von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

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