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Coronavirus - Impfzentrum Gießen
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Ab April dürfen in Hessen auch Hausärzte gegen das Coronavirus impfen.

Virus-Pandemie

Corona-Krise: Hausärzte in Hessen steigen bei Corona-Impfung ein

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Jetzt übernehmen niedergelassene Ärzte vermehrt die Hausbesuche. Für Ende April verspricht der Minister „deutlich“ mehr Serum zur Bekämpfung des Coronavirus.

Wiesbaden/Frankfurt - Am nächsten Mittwoch geht es los. Dann wird der Hausarzt Christian Sommerbrodt erstmals gegen Covid impfen. Der Wiesbadener nimmt an dem Pilotprojekt des Landes mit Astrazeneca teil. Unabhängig davon soll jede hessische Hausarztpraxis nach den Osterfeiertagen 20 Dosen Biontech pro Woche erhalten. Und um die Verwirrung perfekt zu machen, haben die Landkreise Wetterau und Main-Kinzig niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bereits in die Impfkampagne eingebunden. Es wird immer schwieriger durchzublicken. Für die Beteiligten selbst und erst recht für die Bevölkerung. Mit dem Einstieg der ambulanten Versorger wächst jedenfalls die Chance auf eine Spritze außerhalb eines Impfzentrums. Etwa für immobile alte Menschen, die seit Wochen auf einen Hausbesuch warten.

Die zweite gute Nachricht: Die Kolleginnen und Kollegen könnten es kaum abwarten, endlich die erste Spritze setzen zu dürfen, sagt Sommerbrodt. „Alle sind höchst motiviert.“ Der Schatzmeister des hessischen Hausärzteverbands ist eine Art Scout durch den Dschungel der Informationen, mit denen die Beteiligten überschüttet werden. „Es herrscht ein heilloses Durcheinander.“ Im Moment etwa können manche Apotheken nicht die erforderlichen Spezialspritzen liefern. Ein kurzfristiger Engpass, meint Sommerbrodt, der kein Grund zur Sorge sei.

Corona in Hessen: Hausärzte steigen bei Impfungen ein

Er hat das Pilotprojekt für Wiesbaden vorbereitet, die Gespräche mit den Verantwortlichen im örtlichen Impfzentrum geführt, die das Serum zur Verfügung stellen samt medizinischem Material. In der Landeshauptstadt sind acht Praxen dabei. Zwei Wochen hintereinander erhalten sie jeweils 22 Dosen – hauptsächlich für Hausbesuche. Sollte etwas bleiben, gibt es Nachrücker auf der Warteliste.

Das Vorhaben hat einen Haken: „Wir üben etwas, was später nicht gebraucht wird“, sagt Sommerbrodt. Denn wenn nach Ostern alle Hausarztpraxen loslegen dürfen, sind die Bedingungen andere: Serum liefern nicht die Impfzentren, sondern die Apotheken. Und auch der Hersteller hat sich plötzlich geändert. „Warum plötzlich Biontech, weiß kein Mensch.“ Der plötzliche Wechsel zu Biontech hat viele überrascht. Das Vakzin galt lange als sehr anspruchsvoll, was Kühlung und Erschütterungen angeht, und deshalb ungeeignet für Hausbesuche. Sommerbrodt hat seine eigenen Meinung dazu: „Das wurde alles nur so aufgemacht, um die Impfzentren zu begründen.“ Biontech halte sich problemlos in einem normalen Kühlschrank bis zu fünf Tagen. „Wir wollen es ja nicht lagern, sondern verimpfen.“ Auch die Zubereitung sei nicht sonderlich komplex: „Das funktioniert nicht anders als bei dem Serum für Masern und Röteln. Dass das angeblich so kompliziert sein soll, hat uns Hausärzte sehr geärgert.“

„Impfallianz Hessen“ soll Koordination von Corona-Impfungen übernehmen

Schnee von gestern. Jetzt also der Blick nach vorne: Nach Ostern dürften die Praxen endlich loslegen, kündigt am Freitag Sozialminister Kai Klose (Grüne) an. Vor einer Woche habe die Bund-Länder-Konferenz, die „regelhafte Einbeziehung der Ärzteschaft“ ab dem 5. April beschlossen. Damit der Start reibungslos klappt, haben sich alle Beteiligten zu einer „Impfallianz Hessen“ zusammengeschlossen.

Woran das neue Gremium nichts ändern kann, ist der Impfstoffmangel. Zunächst sind lediglich 20 Dosen pro Arzt und Woche angekündigt. Der Bund liefert sie über die üblichen Strukturen des Pharmagroßhandels und der Apotheken an die Ärztinnen und Ärzte. „Die haben sich an den Priorisierungsvorgaben des Bundes zu orientieren“, betont Klose und stellt für Ende April dann „deutlich mehr“ Impfstoff in Aussicht. (Jutta Rippegather)

Wie sicher ist der Corona-Impfstoff von Astrazeneca? Mai Thi Nguyen-Kim klärt auf

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