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Arbeitslosigkeit in Hessen so niedrig wie vor der Krise

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Von: Christoph Manus

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Die Arbeitslosenquote in Hessen ist im Mai auf 4,4 Prozent gesunken. In fast allen Landkreisen liegt sie inzwischen unter vier Prozent.
Die Arbeitslosenquote in Hessen ist im Mai auf 4,4 Prozent gesunken. In fast allen Landkreisen liegt sie inzwischen unter vier Prozent. © Felix Kästle/dpa

Die Arbeitslosenzahlen in Hessen sind auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Pandemie gesunken. Die Unternehmen suchen weiter Fachkräfte. Doch die Quote könnte bald wieder steigen.

Die Arbeitslosenquote in Hessen hat trotz wieder zunehmender wirtschaftlicher Probleme wieder das niedrige Vorkrisenniveau erreicht. Mit 4,4 Prozent lag sie im Mai einen zehntel Prozentpunkt unter dem April-Wert und 0,9 Prozentpunkte unter dem Wert von Mai 2021. Die Bundesagentur für Arbeit nennt inzwischen für alle hessischen Kreise außer Groß-Gerau (4,9 Prozent) eine Quote von weniger als vier Prozent. Am höchsten ist die Arbeitslosigkeit in Offenbach (8,1 Prozent), in Frankfurt sank die Quote auf 5,6 Prozent.

Der hessische Arbeitsmarkt zeige sich unverändert robust gegenüber den Folgen der Corona-Pandemie und den Auswirkungen des Ukraine, sagte der Leiter der Regionaldirektion Hessen bei der Bundesagentur für Arbeit, Frank Martin, am Dienstag. Er wies etwa daraufhin, dass Arbeitskräfte immer noch stark gesucht sind. Obwohl die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten inzwischen sogar über dem Vorkrisenniveau liegt, sind mehr als 54 000 offene Stellen bei den Arbeitsagenturen in Hessen gemeldet.

Für die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) zeigt dieser hohe Wert nicht zuletzt einen „Fachkräftemangel auf besorgniserregendem Niveau“. Sie geht davon aus, dass einschließlich nicht bei den Arbeitsagenturen gemeldeter Stellen rund 120 000 Arbeitsplätze in Hessen unbesetzt sind. Die VhU dringt deshalb auf ein Ende der Rente mit 63 und eine Erleichterung qualifizierter Zuwanderung.

Trotz der hohen Nachfrage an Arbeitskräften rechnet Martin mit zunächst höheren Arbeitslosenzahlen. Dass die Jobcenter zum 1. Juni die Betreuung der Geflüchteten aus der Ukraine übernehmen, weil diese dann Grundsicherung erhalten, werde etwa den Wert in Frankfurt ansteigen lassen, sagte er. Der Leiter der Regionaldirektion Hessen weist zudem auf wirtschaftliche Risiken für den Arbeitsmarkt hin. Dabei nennt er etwa Preissteigerungen, besonders bei Rohstoffen, und anhaltende Lieferengpässe.

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