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Arbeitslosigkeit in Hessen geht im November zurück

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Von: Peter Hanack

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Teilnehmer der Studie fühlen sich gegenüber dem Jobcenter deutlich emanzipierter und autonomer.
Jobcenter sollen Menschen zu Arbeit verhelfen. © Imago

Vor allem junge Menschen vermittelt. Der Frankfurter Arbeitsmarkt hat die Krisen bislang „gut verkraftet“. Und auch die Geflüchteten aus der Ukraine kommen in Jobs.

Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen geht zurück, allerdings ist sie höher als im November vergangenen Jahres. Das liegt vor allem daran, dass viele Menschen aus der Ukraine nach Hessen gekommen sind und hier Arbeit suchen – und immer häufiger auch finden. Die Entwicklung in Frankfurt verläuft sehr ähnlich.

Im November waren fast genau 167 000 Männer und Frauen in Hessen arbeitssuchend gemeldet. Das sind knapp 2000 weniger als noch im Oktober, aber fast 9000 mehr als im November 2021. Immerhin sinkt die Zahl der Arbeitslosen seit August kontinuierlich.

Ukrainerinnen finden Jobs

220 der aus der Ukraine Geflohenen, vor allem Frauen, haben im November in Hessen eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt gefunden, wie die Arbeitsagentur am Mittwoch berichtet. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Ukrainer:innen sank sogar um 480 auf nun 16 290.

Insgesamt bewege sich der hessische Arbeitsmarkt „zur Seite“, wie der Leiter der Regionaldirektion Hessen, Frank Martin, sagt. Die sei eine für den November typische Entwicklung. Das Weihnachtsgeschäft biete zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten, zudem seien in diesem Monat auch noch junge Menschen in eine Ausbildung vermittelt worden. So ist die Arbeitslosigkeit in der Altergruppe bis 25 Jahren gegenüber dem Oktober um 5,4 Prozent zurückgegangen. Das war laut Martin der stärkste Rückgang in allen beobachteten Personengruppen.

Fachkräfte fehlen

Problematisch bleibt der Arbeitsmarkt mit Blick auf Fachkräfte – diese fehlen in vielen Branchen. So sind knapp 53 000 offene Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet, aber nur 21 Prozent davon betreffen Helfertätigkeiten. Die allermeisten richten sich an Menschen mit einer höheren Qualifikation.

Regional verteilt sich die Arbeitslosigkeit sehr unterschiedlich. In Fulda liegt die Quote mit drei Prozent hessenweit am niedrigsten, gefolgt von Hersfeld-Rotenburg mit 3,7 Prozent. Am höchsten ist sie mit 8,3 Prozent in Offenbach, Kassel (7,7 Prozent) und Wiesbaden (7,5 Prozent).

Frankfurt im Mittelfeld

In Frankfurt liegt die Arbeitslosenquote mit 5,7 Prozent im hessischen Mittelfeld. Auch hier bleibt der Arbeitskräftebedarf nach Angaben der Agentur für Arbeit hoch. Insgesamt habe der Arbeitsmarkt die Krisen wie Corona, steigende Energiepreise oder den Krieg in der Ukraine „gut verkraftet“, sagt Agenturleiterin Stephanie Krömer. Rund 24 500 Menschen waren im November in Frankfurt von Arbeitslosigkeit betroffen, 535 weniger als im Oktober und 602 weniger als vor einem Jahr (-2,4 Prozent). Bei den unter 25-Jährigen sank sie sogar um fast zehn Prozent.

Das größte Risiko, arbeitslos zu werden, sei eine fehlende Ausbildung, kommentiert die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) die Zahlen. Zwei Drittel der erwerbsfähigen Arbeitslosengeld-II-Bezieher hätten keinen Berufs-, ein Viertel keinen Schulabschluss. Deshalb sei es richtig, dass mit dem Bürgergeld die Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen vorangebracht werden solle.

Mehr Geld für Jobcenter

Michael Rudolph, Landesvorsitzender des DGB Hessen, fordert mehr Geld für die Jobcenter. Es sei gut, verstärkt auf Qualifizierung zu setzen, sagt auch er. Dazu im Widerspruch ständen aber Kürzungen der Bundesregierung in Höhe von 200 Millionen Euro beim Eingliederungsbudget für Langzeitarbeitslose.

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