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Hessen

Alarmiert über sexualisierte Gewalt in Hessen

  • Pitt von Bebenburg
    vonPitt von Bebenburg
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Im Hessischen Landtag wird über Schutzkonzepte gegen sexuellen Kindermissbrauch diskutiert. Die SPD beklagt, dass finanzschwache Kommunen schlechter dastehen.

Hessische Sozialpolitikerinnen und -politiker befürchten, dass sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in der Zeit der Corona-Pandemie deutlich zugenommen hat. Sozial-Staatssekretärin Anne Janz (Grüne) berichtete am Dienstag im hessischen Landtag auf Fragen der SPD, es habe „in den letzten zwei Monaten wieder eine sehr starke Zunahme“ der Anfragen in den Beratungsstellen gegeben.

Die SPD-Abgeordnete Lisa Gnadl führte die Zahlen der hessischen Kriminalstatistik an, die für 2020 einen Anstieg solcher Straftaten anzeige. Das sei „sehr dramatisch und alarmierend“. Beratungsstellen berichteten ihr, dass auch „die Beratungsintensität und die Komplexität der Fälle zugenommen“ habe.

Umstritten war bei der Diskussion im Sozialausschuss, ob Hessen seine Kommunen ausreichend unterstützt, um sexuellen Missbrauch zu verhüten und Opfer zu unterstützen. Die SPD hält eine stärkere finanzielle Unterstützung für erforderlich, damit die Fachberatungsstellen ihr Personal aufstocken können.

Es sei nicht damit getan, ihre wegen Corona gesunkenen Einnahmen und gestiegenen Ausgaben auszugleichen, sagte die Abgeordnete Gnadl. Daneben müsse man sich „sehr grundsätzliche Gedanken machen“ und „das Hilfesystem auf neue Füße stellen“.

Staatssekretärin Janz und die Grünen-Abgeordnete Kathrin Anders betonten hingegen, dass Hessen mit seinen 52 Fachberatungsstellen flächendeckend ausgestattet sei. In den vergangenen zehn Jahren habe es einen „deutlichen Anstieg der Anlaufstellen“ gegeben, sie seien finanziell besser abgesichert worden und hätten den fachlichen Blick erweitert, schilderte Anders. So werde inzwischen mehr auf männliche Opfer geachtet, nachdem der Fokus früher allein auf Mädchen und Frauen gelegen habe. Janz berichtete, dass das Land seinen zehn Jahre alten Aktionsplan zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt fortschreibe.

Auf Verwunderung stießen Zahlen aus dem Sozialministerium, die zeigten, wie unterschiedlich die Kommunen ihre Beratungsstellen personell ausstatten. So gebe es in Offenbach lediglich eine halbe Stelle, während es in Darmstadt mehr als neun Stellen seien.

Staatssekretärin Janz sagte, dies könne an verschiedenen Konzepten liegen. So seien Jugendämter und Familienhilfen an Schutzsystemen beteiligt. Für die Offenbacher SPD-Abgeordnete Nadine Gersberg ist hingegen klar, dass die unterschiedliche Finanzlage einen gleichermaßen guten Schutz verhindere. In finanzschwachen Städten „kommen die Kinder und Jugendlichen schlechter weg“, konstatierte sie.

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