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AfD Hessen: Erstaunlich egal

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Von: Hanning Voigts

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Trotz aller Skandale: Die AfD-Vorsitzenden Andreas Lichert und Robert Lambrou haben gut lachen. Foto: dpa
Trotz aller Skandale: Die AfD-Vorsitzenden Andreas Lichert und Robert Lambrou haben gut lachen. Foto: dpa © dpa

Die AfD-Fraktion im hessischen Landtag verliert zwei Abgeordnete. Den Wählern der teils rechtsextremen Partei dürfte das nicht so wichtig sein. Der Kommentar.

Für jede andere Fraktion im hessischen Landtag wäre es eine Katastrophe: Zwei Abgeordnete, darunter ein ehemaliger Spitzenkandidat, verlassen unter schweren Vorwürfen Fraktion und Partei. Doch bei der teils rechtsextremen AfD ist das anders. Nicht nur, dass es in der Partei und in der Fraktion in den letzten Jahren immer wieder Zerwürfnisse gab und derartige Austritte niemanden mehr überraschen. Es ist vielmehr auch so, dass der AfD die beiden Verluste letztlich gleichgültig sein können.

Das hat einen einfachen Grund: Den Wähler:innen der AfD scheint es im Großen und Ganzen völlig schnurz zu sein, wie die Fraktion sich im Landtag verhält, wer für sie welche populistischen Reden hält, ob ihr Rechtsaußen Andreas Lichert im antisemitischen Jargon gegen eine angebliche „Hochfinanz“ wettert.

Den AfD-Wählern in Hessen geht es vor allem um ein Gefühl

Alle Skandale und die unaufhörliche Radikalisierung der Bundes-AfD scheinen der Partei in Hessen nicht zu schaden. Sie steht in aktuellen Umfragen bei satten zwölf Prozent, 2018 hatte sie 13,1 Prozent der Stimmen erhalten.

Den Wähler:innen der AfD scheint es vor allem um eins zu gehen: Um das Gefühl, es „denen da oben“, den verhassten „Linksgrünversifften“ und den „kulturfremden Ausländern“ mal so richtig zu zeigen. Da fällt es nicht ins Gewicht, dass die AfD-Politiker:innen, die immer erst nach verlorenen Machtkämpfen verbittert hinwerfen, mit ihren Vorwürfen inhaltlich recht haben. (Hanning Voigts)

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