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Längst nicht alles, was im Unterricht drankommen sollte, kam auch dran. Das Versäumte soll in Hessen in den Ferien nachgeholt werden.
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Längst nicht alles, was im Unterricht drankommen sollte, kam auch dran. Das Versäumte soll in Hessen in den Ferien nachgeholt werden.

Termin

Abitur in Hessen auch 2022 erst nach Ostern

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Hessen passt sich beim Termin an die anderen Bundesländer an. Wieder sollen Lerncamps in den Ferien helfen, das wegen Corona Versäumte nachzuholen. Das trifft auf Widerspruch.

Damit Schülerinnen und Schüler den wegen Corona verpassten Stoff nachholen können, soll es in den Oster- und Sommerferien wieder Lerncamps wie bereits im vergangenen Jahr geben. Das erfuhr die Frankfurter Rundschau aus dem hessischen Kultusministerium. Nicht alle finden das gut. Und auch der Abiturjahrgang 2022 soll, wie der diesjährige, erst nach Ostern zur Prüfung antreten und dann ebenfalls eine zusätzliche Aufgabe zur Wahl haben.

Wie groß die Defizite sind, die Hessens Schülerinnen und Schüler aufgrund von Schulschließungen, Unterrichtsausfall und Homeschooling anstelle von Präsenzunterricht angesammelt haben, lässt sich seriös nicht sagen. Die Schätzungen gehen von zehn bis hin zu 50 und mehr Prozent – wobei die Zahlen je nach Lehrkraft, Schule und familiärer Situation ohnehin stark schwanken.

Das Kultusministerium plant daher, auch in den anstehenden Osterferien sowie im Sommer Angebote zur Nacharbeit zu machen. Das hat es auch im vergangenen Jahr schon gegeben. Die Lerncamps sollen sich dabei wieder an Schülerinnen und Schüler richten, deren Versetzung in die nächste Jahrgangsstufe gefährdet wäre. Die Schulen sollen diejenigen ansprechen und ihnen die Teilnahme empfehlen. Diese bleibe freiwillig und kostenlos, versicherte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage.

7000 Schülerinnen und Schüler hatten sich 2020 laut Kultusministerium zu einem Sommercamp angemeldet. Diese wurden an mehr als 100 Schulen angeboten und dauerten eine Woche.

Freiwilligkeit und die kostenlose Teilnahme soll auch für die Sommerakademie in den letzten beiden Ferienwochen gelten, die es im vergangenen Jahr zum ersten Mal gegeben hat. Dieses Angebot richtete sich an Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1 bis 8, die ebenfalls Lücken schließen wollten. Dazu wurden rund 15 000 Teilnehmende erwartet.

Reinhard Schwab vom Hessischen Philologenverband hält das für keine gute Idee, wie er im FR-Interview erläutert (siehe nebenstehenden Artikel). Auch der Verband der Oberstudiendirektoren protestiert. Die Zielgruppe sei im vergangenen Jahr nicht erreicht worden, heißt es in einem Schreiben an Kultusminister Alexander Lorz (CDU).

Befreit

Rund 2400 Lehrkräfte sind laut Angaben aus dem hessischen Kultusministerium aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe zurzeit davon befreit, an den Schulen Präsenzunterricht leisten zu müssen. Das sind rund 3,8 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer in Hessen. Anfang November waren es noch knapp 2300 gewesen.

Die Zahl der Schüler und Schülerinnen, die aufgrund eines ärtzlichen Attestes nicht am Präsenzunterricht teilnehmen müssen, liegt aktuell bei rund 3050. Das entspricht 0,38 Prozent der Schülerschaft. pgh

Die Ferienakademien seien nicht zur Aufarbeitung des fehlenden Unterrichtsstoffs genutzt worden, sondern um Betreuungsprobleme der Eltern zu lösen oder individuelle Förderung zu erhalten. Zum großen Teil hätten Kinder mit guten oder sehr guten schulischen Leistungen teilgenommen. Die Vorsitzende des Verbands, Elisabeth Waldorff, forderte stattdessen eine zusätzliche Lehrerzuweisung, um Unterstützungsangebote an den Schulen einrichten zu können.

Beim Abitur steht fest, dass der Termin nach den Osterferien Bestand haben soll. Bislang spielte Hessen mit einem frühen Prüfungstermin eine Sonderrolle. Diese sei nun zu Ende, sagte ein Ministeriumssprecher. Es bleibe dauerhaft bei der Verlegung auf die Zeit nach Ostern, wie sie in diesem Jahr das erste Mal umgesetzt wurde. Das soll dem aktuellen Abiturjahrgang mehr Zeit zur Vorbereitung geben.

Entfällt Sitzenbleiben?

Um Defizite auszugleichen, erhalten die Schulen pro Fach vier statt drei Aufgabenvorschläge. Die Lehrkräfte wählen davon drei aus, die den Prüflingen zur Wahl vorgelegt werden. Damit soll vermieden werden, dass Stoff abgefragt wird, der nicht im Unterricht vermittelt worden ist. So soll auch 2022 verfahren werden.

Noch unentschieden ist, ob es in diesem Schuljahr wieder kein Sitzenbleiben geben soll. Dieses wurde 2020 ausgesetzt, um mögliche Nachteile auszugleichen. Schülerinnen und Schüler konnten aber freiwillig wiederholen. Dies soll auch jetzt wieder möglich sein, ohne dass dies als Sitzenbleiben gewertet wird.

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