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180 Brände in Hessens Wäldern

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Von: Peter Hanack

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Hohe Flammen und Rauchwolken bei einem Waldbrand bei Haiger im Lahn-Dill-Kreis.
Hohe Flammen und Rauchwolken bei einem Waldbrand bei Haiger im Lahn-Dill-Kreis. © dpa

Das ist schon jetzt ein Negativrekord für Hessen. Die Gefahr bleibt hoch, die Alarmstufe bleibt bestehen.

Zuletzt waren es die Großbrände bei Münster im Kreis Darmstadt-Dieburg und bei Dillenburg im Lahn-Dill-Kreis, die die Feuerwehren in großer Zahl in Atem hielten. Es brennt in Hessen quasi täglich, und ein Ende der Waldbrandgefahr ist trotz möglicher Regenfälle in den nächsten Tagen nicht gebannt.

Die hessischen Feuerwehren rückten in diesem Sommer bereits zu 180 Waldbränden aus. 125 Hektar waren davon betroffen, wie Innenstaatssekretär Stefan Sauer (CDU) am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das ist schon jetzt ein Negativrekord für Hessen. 2015 waren es 124 Brände, 2018 dann 139.

Hubschrauber löschen

Beinahe täglich kommen neue Feuer hinzu, wobei die in Münster und Dillenburg die größte Ausdehnung hatten. Durch 33 Hektar fraßen sich die Flammen bei Haiger und Dillenburg. Bei Münster schlugen die Flammen in der Nähe eines Munitionsdepots gen Himmel. An beiden Orten waren täglich bis zu vier Hubschrauber mit Löschwasser-Außenbehälter im Einsatz, um die Flammen einzudämmen.

Wiederholt brennt es auch im Wald bei Hainburg im Kreis Offenbach. Die Sirenen der Lösch- und Einsatzfahrzeuge sind dort beinahe täglich beziehungsweise nächtlich zu hören. Dort gehen die Feuerwehren und die Polizei davon aus, dass ein notorischer Brandstifter sein Unwesen treibt.

Gefahr Zigaretten

Besonders gefährdete Waldbereiche werden in Hessen zurzeit verstärkt überwacht, auch aus der Luft. In besonders bedrohten Gebieten können Grillstellen geschlossen werden und Waldwege vorübergehend gesperrt bleiben. Das Ministerium bittet alle Waldbesucher:innen um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit. Im Wald ist das Rauchen grundsätzlich nicht gestattet. Auch weggeworfene Zigarettenkippen könnten ein Feuer verursachen. Daher bleibe die am 18. Juli ausgerufene zweithöchste Alarmstufe A für Hessens Wälder bis auf weiteres bestehen.

Der Jahresetat für alle hessischen Feuerwehren erreicht 2022 nach Angaben Sauers einen neuen, historischen Höchststand. 43 Millionen Euro werde die Landesregierung in die Förderung von Feuerwehrfahrzeugen und -häusern investieren. mit dpa

Siehe Waldexperte warnt: „Totholz brennt wie Zunder“

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