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Auf dem Riedberg (Vordergrund) leben nur 700 Menschen pro Quadratkilometer – mit Blick auf die Wohnhochhäuser des Frankfurter Bergs.

Finanzierung

Hessen: Land gibt Geld für das Wohnumfeld

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Programm für Kitas, Spielplätze, Radwege.

Hessen hat acht Konzepte für ein „nachhaltiges Wohnumfeld“ in neuen Bauprojekten finanziert. Das geht aus einer Antwort von Wirtschafts-Staatssekretär Philipp Nimmermann (Grüne) auf Fragen der SPD im Landtag hervor.

Danach flossen jeweils 100 000 Euro für die Bebauung im Frankfurter Stadtteil Unterliederbach, in Offenbach-Bieber und Auf dem Hahnenkamm in Wiesbaden. Jeweils knapp 100 000 Euro gab es für die Konzepte in Großkrotzenburg (Neue Mitte) und in Hungen-West. Beträge zwischen 42 000 und 66 000 Euro gingen nach Neu-Anspach (Auf der Dörrwiese), Karben (Brunnenquartier) und Wettenberg (Ober den Seegarten).

Begegnungsräume schaffen

Das Land kann keine Wohngebiete ausweisen, dafür sind die Kommunen zuständig. Daher setzt es darauf, die Städte und Gemeinden zu unterstützen.

Ziel der Programme ist es, dass in den Quartieren ein „angemessener Anteil“ an gefördertem Wohnraum entsteht, dass es Kitas, Begegnungsräume, Grün- und Sportanlagen, Fuß- und Radwege sowie eine effiziente Energie- und Wasserversorgung gibt. Das hatte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) im Dezember zum Start des Programms mitgeteilt, für das sie damals noch zuständig war. „Unter Wohnen ist weitaus mehr zu verstehen, als nur ein Dach über dem Kopf zu haben“, betonte sie.

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Mit den Konzepten beginnt dieser Prozess nun. In der nächsten Stufe gibt das Land erheblich höhere Summen, um Investitionen in solchen „nachhaltigen Wohngebieten“ zu ermöglichen. Bezahlt werden können etwa Kindertagesstätten, Jugend- und Familienzentren, Radwege und Fahrradabstellplätze, Grünanlagen, Spiel- und Sportplätze.

Dieses Geld will das Land aus dem Verkaufserlös des ehemaligen Frankfurter Polizeipräsidiums bestreiten. Von den 212,5 Millionen Euro, die das Land für das Areal am Platz der Republik eingenommen hat, stehen 35 Millionen Euro für das Landesprogramm „Nachhaltiges Wohnumfeld“ zur Verfügung. Weitere 100 Millionen Euro werden für den Bau der Frankfurter Uni-Bibliothek eingesetzt, 60 Millionen Euro für den Kauf von Liegenschaften für den Wohnungsbau.

Noch müssen sich die Kommunen aber gedulden. Die Richtlinie für das Investitionsprogramm für das Wohnumfeld wird derzeit erst erarbeitet, wie Nimmermann mitteilte.

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