Kultur

Kunst im Parlament

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Die ehemalige Landtagsabgeordnete Monne Lentz stellt in Nürnberg Kunstwerke aus, die in Wiesbaden entstanden sind.

Die Arbeit im hessischen Landtag ist anregender, als man denken könnte. Manche regt sie sogar zur Kunst an.

Monne Lentz, die früher Monika hieß, aber ihren Vornamen inzwischen offiziell in „Monne Marlen“ hat ändern lassen, war zwei Jahre lang die Jüngste unter den Landesparlamentariern. Mit 24 Jahren zog die Grüne 2012 in den Landtag ein, als Nachrückerin für ihren Parteifreund Andreas Jürgens, der zum Landeswohlfahrtsverband ging. Zwei Jahre lang mischte sich die Nordhessin ein bisschen ein, hielt manche Rede zur Frauenpolitik. Als 2014 ein neuer Landtag zusammentrat, war Monne Lentz nicht mehr dabei.

In diesen zwei Jahren hat die Politikerin mit Kugelschreibern oder Finelinern gezeichnet: in Fraktionssitzungen, in Ausschusssitzungen, in Plenarsitzungen. Meistens entstanden die Werke auf Tagesordnungen oder anderen Landtags-Drucksachen. Mehr als 100 solcher kleinen Kunstwerke, die meisten im Postkartenformat, sind dabei herausgekommen. Jetzt stellt Monne Lentz aus – in Nürnberg, in der „Galerie LeonArt“.

Die gezeichneten Muster lassen in der Regel keine Schlüsse darauf zu, was in den politischen Runden debattiert wurde – aber ob die junge Abgeordnete eher ent- oder angespannt war, kann man durchaus ahnen.

Die Zeichnungen sind abstrakt und doch blickt Monne Lentz auf ein Motiv, das im Unterausschuss Justizvollzug entstand, und staunt: „Da sind erstaunlich viele Zäune drauf.“ Was das Unterbewusstsein eben so macht in Sitzungen. Die übrige künstlerische Arbeit von Monne Lentz – meistens Bilder, bei denen sie die Ölfarbe mit Fingern auftrug – kam dagegen in der Landtagszeit zu kurz.

Die Politikwissenschaftlerin Lentz, die als Trainerin für gewaltfreie Konfliktbearbeitung ausgebildet ist, arbeitet heute in der politischen Bildung. So leitet sie etwa die Auseinandersetzung von Gruppen mit der Geschichte von Nationalsozialismus und speziell der SS in der nordrhein-westfälischen Wewelsburg an.

Die Zeit im Landtag empfindet sie im Rückblick als bereichernd. So habe sie viele Einblicke darin gewonnen, warum politische Prozesse so viel Zeit brauchten, berichtet sie. Ein Ziel, das sie sich selbst gesetzt habe, hat Monne Lentz in den zwei Jahren im Parlament erreicht. „Es war mir wichtig, dass ich mir treu bleiben kann.“

„Landtagskunst“ ist noch bis zum 24. September in Nürnberg zu besichtigen. Zusammen mit drei anderen Künstlern stellt Monne Lentz aus in der „Galerie LeonArt“, Leopoldstraße 24, Nürnberg. Öffnungszeiten sind freitags von 16 bis 20 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr.

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