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Besseres Deutsch für alle in Hessen

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Kultusminister Lorz will als KMK-Präsident die Bildungssprache stärken. Es sei an der Zeit, zu den Basics zurückzukehren.

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) ist in diesem Jahr der Präsident der Kultusministerkonferenz, in der alle 16 Bundesländer vertreten sind. In dieser Funktion kann er ein eigenes Thema zum Schwerpunkt der Beratungen machen. Lorz hat sich für die „Bildungssprache Deutsch“ entschieden. Weil, wie er sagt, Hessen in puncto Sprachförderung einiges zu bieten habe. Und „weil es an der Zeit“ dafür sei.

Es gehe ihm darum, möglichst alle Kinder und Jugendlichen zu befähigen, auch Fachtexte, Fremdwörter oder komplizierte Satzkonstruktionen zu verstehen, die über das Niveau der Umgangs- oder Alltagssprache hinausgingen. Dies sei eine wesentliche Bedingung dafür, dass Lernen gelingen könne. So solle allen Schülerinnen und Schülern der Zugang zu dem gesamten deutschsprachigen Bildungsgut ermöglicht werden. Deshalb habe er auch bewusst den Begriff „Bildungssprache“ gewählt, statt lediglich von Sprachförderung zu reden.

„Noch vor zehn Jahren wäre es kaum möglich gewesen, ein solches Thema als Schwerpunkt in die Kultusministerkonferenz einzubringen“, ist sich der hessische Kultusminister sicher. Man habe den Spracherwerb als Selbstverständlichkeit betrachtet. Nun aber sei es an der Zeit, „zu den Basics zurückzukehren“, wie Lorz bei der Vorstellung seiner Präsidentschaft am Donnerstag in Wiesbaden sagte.

Längst gehe es nicht mehr allein darum, Migranten oder Seiteneinsteigern ins Schulsystem Deutsch beizubringen. Sein Ansatz richte sich ausdrücklich an alle Kinder und Jugendlichen, auch jene aus Familien, in denen Deutsch die Muttersprache sei“, sagte Lorz. Auch dort würden die Sprachfertigkeiten nicht immer auf einem Niveau entwickelt, das zur umfassenden Teilhabe ausreiche.

Gemeinsam mit den Länderkollegen gehe es darum, sich auf Leitlinien zur Stärkung der Bildungssprache zu verständigen. Als Beispiele führte Lorz die Ausweitung des Deutschunterrichts in den Grundschulen um eine Stunde in der Woche an, wie sie im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen vereinbart sei. Auch das Erlernen eines Grundwortschatzes, wie er nach dem Beispiel Bayerns in Hessen eingeführt werde, könne ein Beitrag zum besseren Lernen sein.

Weitere Themen während Lorz’ Präsidentschaft sind die Vereinbarung zwischen Bund und Ländern über einen Digitalpakt zum Ausbau der Schulen oder die Vereinbarung gemeinsamer Grundsätze zu Ganztagsschule, Inklusion und Integration. Diese sollen in Form eines Länderstaatsvertrags geregelt werden.

In Hessen wird Lorz etwas weniger präsent sein können als bisher. So rechnet er allein mit 60 Tagen, an denen er in Berlin, arbeiten werde, wo die KMK ein Sekretariat unterhält. Er werde die Zeit nutzen, um hessische Bildungspolitik im Bund noch bekannter zu machen, versprach er. Im Juni wird die KMK dann in Wiesbaden tagen.

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