+
Nicht beliebt bei Alexander Lorz: die Klimaschutzbewegung "Fridays for Future". 

Schulpflicht

„Fridays for Future“: Lorz droht Schülern mit Bußgeld

  • schließen

Der hessische Kulturminister pocht auf die Schulpflicht - und droht den engagierten Schülern der „Fridays for Future“-Bewegung. 

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat die Teilnehmer der „Fridays for Future“-Bewegung an die Schulpflicht erinnert. „Erwachsene haben die Verantwortung, Schulpflichtige nicht dazu zu verleiten, Unterricht zu versäumen“, fügte Lorz in seiner Antwort auf Fragen des FDP-Abgeordneten Moritz Promny hinzu.

Die Klimaschutzbewegung ruft Schülerinnen und Schüler jeden Freitag zum Protest während der Schulzeit auf. Lorz teilte mit, dass bei der unentschuldigten Abwesenheit vom Unterricht „neben den pädagogischen Formen der Intervention“ auch „die Einleitung von Ordnungswidrigkeitsverfahren“ infrage komme. Dies könnte laut Schulgesetz bedeuten, dass Bußgeld verhängt wird.

Den Lehrkräften empfahl der Minister zugleich, „in den Demonstrationen angesprochene Themen sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Versammlungsfreiheit im Unterricht zu behandeln“. So erinnerte Lorz daran, dass die allgemeine Schulpflicht „eine historische soziale Errungenschaft“ sei.

FDP gegen „fatales Signal“

Der FDP-Bildungspolitiker Promny argumentiert in die gleiche Richtung. „Zu fordern, die Schulpflicht auszuhebeln, weil es hier um zivilgesellschaftliches Engagement und Zukunftsfragen geht, ist falsch“, sagte Promny der FR. „Es sendet das fatale Signal, dass die Frage, ob Recht angewendet wird oder nicht, vom politischen Standpunkt abhängt.“ Engagement sei gut, müsse aber nicht jeden Freitag um zehn Uhr morgens auf die Straße getragen werden.

Die Linke widerspricht. Zur Verantwortung gezogen werden müssten nicht die demonstrierenden Schülerinnen und Schülern, sondern diejenigen, die die Eindämmung des Klimawandels verschleppten, sagte die Linken-Abgeordnete Elisabeth Kula. Es sei „reichlich daneben“ vom Minister, mit Bußgeld zu drohen.

Lesen Sie auch: 

„Fridays for Future“ in Frankfurt: Parolen im Nieselregen 

Demos in 50 Städten: Große Protestwelle von „Fridays for Future“  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare