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Leckerer Teig für die Hüfte.

Corona-Homestory

Von Krokodilen und Gespenstern in Corona-Zeiten

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Und was die FR-Gemeinde daheim in der Krise noch so umtreibt: einige nette Beispiele.

Wie kam das eigentlich mit all den singenden und klatschenden Menschen in diesen Corona-Zeiten? Dieter Maier aus Frankfurt hat es herausgefunden: Ein Gespenst war es.

„Ein Gespenst geht um in Heddernheim“, schreibt er, „und es macht Musik. Ihm ist aufgefallen, dass die Menschen alle rumliefen wir auf dem Friedhof. Da nahm es seine Flöte und spielte etwas im Hintergarten. Als es fertig war, hörte es Klatschen, das von Balkonen und Fenstern kam. Das Gespenst zog weiter und spielte die Straße hoch und runter. ,Wie schööön‘, hörte es aus irgendeinem Garten. Es bekam Fan-Post: ,Dies war eine sehr nette Idee. Herzlichen Dank dafür.‘“ So war das also mit dem Gespenst. Und es ging weiter. „Es spielte auf Parkplätzen, hinter der Seniorenwohnanlage, in fremden Gärten“, hat Maier beobachtet. „Es war auf einmal da und dann wieder weg, wie es das seit Jahrhunderten gewohnt war. Jemand wollte ein Foto von ihm machen. Aber auf dem Display war nichts zu sehen. Gespenster kann man nicht fotografieren.“

Eine ebenso geheimnisvolle wie einleuchtende Erklärung für das Phänomen. Man wünschte, mit dem Corona-Virus würde es sich genauso verhalten: dass es plötzlich da war und vor allem irgendwann, möglichst bald, wieder verschwindet.

Ähnliches wäre auch von dem Krokodil zu hoffen, das die Familie Körner heimgesucht hat. Die Corona-Krise schaffe nicht nur gesundheitliche Risiken, schreibt uns Harald Hans Körner. „Die Kontaktsperre lässt kleine Enkelkinder vergessen, wie ihre Großeltern aussehen. Face-Time-Kontakte werden wie Fernsehfilme wahrgenommen.“

Bilderbuch fertiggestellt

Aber der Großvater hat sich etwas dagegen einfallen lassen. „Gerade habe ich für meinen Enkel Hugo (eineinhalb Jahre), der nicht begreifen kann, dass er seine Großeltern nicht mehr persönlich, sondern nur per Face Time erleben kann, mit den in der Quarantäne bescheidenen Papier- und Farben-Möglichkeiten ein Bilderbuch fertiggestellt.“ So ein Enkel weiß ja mit der Situation gar nichts anzufangen. „Was ein Virus ist, versteht er nicht. Warum die Menschen eine Maske tragen, erst recht nicht.“ Aber er hat sich einen überwiegend positiven Blick auf die Welt bisher bewahren können: „Alle Tiere sind für ihn lieb, Hasen, Hunde, Katzen, Vögel. Auch die Tiere im Zoo begeistern ihn. Mit einer Ausnahme: Das Krokodil mit seinen spitzen Zähnen ist für ihn der Inbegriff des Bösen.“ Also hat der Opa seinem Enkel mit einer Bildergeschichte Corona erklärt. Darin spielt das Krokodil die böse Bedrohung und wird schließlich vom Großvater zur Strecke gebracht. Ein bisschen wie früher im Kaspertheater, könnte man sagen. Da war das Krokodil am Ende auch immer besiegt und alle waren wieder froh. Möge Hugo die vertrauensvolle Art, die Welt zu betrachten, möglichst nie abhanden kommen.

Bei Trude Zorn aus Taunusstein möchten wir uns noch für die wunderschönen Ostereier-Fotos bedanken, die sie uns – rechtzeitig zu Ostern – geschickt hat, die es aber leider nicht rechtzeitig zum Fest in die gedruckte Zeitung geschafft haben. Die nächsten Ostern kommen bestimmt, dann bitte ohne Corona.

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