+
In Polizei-Westen gekleidete Polizisten.

Geesthacht/Frankfurt/M.

Kritische Polizeibeamte: Rechtsruck in den eigenen Reihen

Die Affäre um mögliche Rechtsextremisten in der hessischen Polizei ist nach Einschätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizisten kein Einzelfall. „Wir bekommen immer wieder Hinweise von Kollegen, die darauf hindeuten, dass es sich dabei um ein bundesdeutsches Phänomen handelt.

Die Affäre um mögliche Rechtsextremisten in der hessischen Polizei ist nach Einschätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizisten kein Einzelfall. „Wir bekommen immer wieder Hinweise von Kollegen, die darauf hindeuten, dass es sich dabei um ein bundesdeutsches Phänomen handelt. Das betrifft unter anderem gerade Hessen“, sagte der Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten (Hamburger Signal), Thomas Wüppesahl, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe Dutzende solcher Fälle.

Für den Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei in Hessen, Andreas Grün, ist diese Einschätzung völlig aus der Luft gegriffen: „Wer solche Vorwürfe in den Raum stellt, sollte es auch belegen können.“ Wenn es belastbare Zahlen gebe, dann werde seine Gewerkschaft diese auch nicht unterdrücken: „Die gibt es aber nicht.“

Nach Angaben von Wüppesahl sind solche Fälle in Dienststellen und Präsidien bekannt. Allerdings versuche die Polizeileitung, dies intern zu regeln. „Solange die Öffentlichkeit nicht informiert ist, werden Beamte nach solchen Ausfällen beispielsweise in den Innendienst versetzt. Fallen sie wiederholt auf oder sind die Fehlverhalten zu gravierend, werden sie dazu gedrängt, den Dienst zu quittieren“, sagte der 63 Jahre alte Wirtschaftskriminalist im Ruhestand.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare