1. Startseite
  2. Rhein-Main

Kritik an vakanten Schulleitungen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Im Gymnasium Oberursel sind die Stellen der Schulleitung und deren Stellvertretung derzeit unbesetzt. calvo-henning
Im Gymnasium Oberursel sind die Stellen der Schulleitung und deren Stellvertretung derzeit unbesetzt. calvo-henning © calvo-henning

Anfrage im Landtag offenbart Probleme an etlichen Einrichtungen

HOCHTAUNUS - Die Landtagsabgeordnete und Bad Homburger SPD-Chefin Elke Barth hat festgestellt, dass im Hochtaunus etliche Stellen in den Schulleitungen unbesetzt sind, und mit einer Kleinen Anfrage im Landtag Aufklärung gefordert.

Die Antwort des Kultusministeriums liest sich erstmal positiv. Nur an 2 der 59 Schulen, der Feldbergschule in Oberursel und der Astrid-Lindgren-Schule in Usingen, seien die Stellen unbesetzt. Immerhin acht Schulleitungen seien dagegen seit Jahresbeginn 2020 neu ins Amt gekommen.

Ziel sei, so Kultusminister Dr. Alexander Lorz (CDU), immer eine termingerechte Nachbesetzung für die Stelle. Also eigentlich kein Problem: Die Schulleiterin geht, der Nachfolger steht bereit. In der Praxis sieht es nach Barths Beobachtung anders aus. Auch Lorz schränkt ein: Ruhestandsversetzungen aus gesundheitlichen Gründen seien ebenso wenig absehbar wie kurzfristige Anträge auf vorzeitigen Ruhestand oder die Auswahl eines Mitglieds der Schulleitung für eine andere Stellenbesetzung. Diese Entwicklung habe sich im Generationenwechsel verstärkt. „Die Anforderung, bereits vor ihrer Auswahl Erfahrungen in einer Leitungsfunktion gesammelt zu haben, führt oft dazu, dass die Besetzung einer Schulleiterstelle die Vakanz einer anderen Stelle nach sich zieht“, so Lorz.

„Angesichts einer natürlichen Fluktuation und der Tatsache, dass Besetzungsverfahren auch wegen Abstimmungsprozessen ihre Zeit brauchen, könnte man meinen, dass alles in bester Ordnung sei“, so Barth. Betrachte man die Zahlen genauer und unterhalte man sich mit Lehrern, ergebe sich ein ganz anderes Bild.

Zudem besteht die Schulleitung nicht aus einer einzelnen Person. Und da listet das Ministerium weitere Vakanzen auf. So seien sechs stellvertretende Schulleitungsstellen gar nicht besetzt, nämlich an der Grundschule Mitte (Oberursel), Saalburgschule (Usingen), Grundschule Dornholzhausen (Bad Homburg) Philipp-Reis-Schule (Friedrichsdorf), Grundschule Schöne Aussicht (Kronberg) sowie am Gymnasium Oberursel. Drei weitere Schulleitungsstellen - Grundschule Mammolshain (Königstein), Grundschule Schloßborn (Glashütten) und Grundschule Stierstadt (Oberursel) - waren mit Stand 1. Oktober nur kommissarisch besetzt. Das zumindest sagt das Ministerium, Barth vermisst in der Aufstellung jedoch das Gymnasium Oberursel, wo neben der Stelle der Schulleitung auch die Stellvertretung vakant ist. „Das ist in der Antwort des Kultusministers noch nicht einmal erwähnt“, kritisiert Barth ebenso wie den Umstand, dass bei der Vakanz der Stellvertretung der 1. August dieses Jahres genannt ist. „Das ist eine schon seit 2020 dauernde Hängepartie.“

Insgesamt seien 15 der 118 Stellen aktuell nicht oder nur kommissarisch besetzt, fast 13 Prozent, rechnet Barth. Da schon jetzt absehbar sei, dass bis Februar sieben weitere Stellen neu besetzt werden müssen, ruft Barth die Landesregierung zum Handeln auf. „Es ist höchste Zeit, dass der Kultusminister aufwacht und seine Hausaufgaben macht.“ Jede weitere Verzögerungstelle stelle „eine grobe Verletzung der Fürsorgepflicht des Ministers nicht nur gegenüber den Schülern dar, sondern auch gegenüber allen Lehrkräften“. hko

Auch interessant

Kommentare