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Krieg trifft Wirtschaft in Hessen schwer

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Von: Christoph Manus

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Bis zu 19 Prozent CO2 pro produzierter Tonne Roheisen sollen in Zukunft durch ein besonderes Wasserstoff-Verfahren eingespart werden. Imago
Die Metallbranche ist stark abhängig von Rohstoffen aus Russland und der Ukraine. © imago images / Rupert Oberhäuser

Unternehmen in Hessen klagen über wachsende Lieferengpässe und hohe Energiekosten. Gerade in der Metall- und Elektroindustrie sind viele Betriebe wegen des Krieges gegen die Ukraine in Schwierigkeiten.

Der Arbeitgeberverband Hessenmetall und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt warnen vor massiven wirtschaftlichen Folgen des russischen Überfalls auf die Ukraine. Nach einer Umfrage der IHK unter 100 Unternehmen aus Frankfurt, Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis leiden bereits fast zwei Drittel der befragten Betriebe unter dessen Auswirkungen. Jedes fünfte Unternehmen ist demnach direkt vom Krieg und den Sanktionen gegen Russland betroffen, etwa weil es Geschäftsbeziehungen zur Ukraine oder Russland pflegt. Weitere 42 Prozent der Befragten geben an, sie litten unter steigenden Preisen, Transportproblemen oder Lieferengpässen. Einige Betriebe bangen gar um ihr wirtschaftliches Überleben. Knapp jedes zehnte Unternehmen berichtet von einer deutlich verschlechterten Finanzlage bis hin zur Insolvenzgefahr.

Hessenmetall rechnet mit dramatischen Folgen des Kriegs für die Metall- und Elektroindustrie. Diese habe nach dem zweiten Rezessionsjahr hintereinander gerade wieder in den Aufschwung durchstarten wollen, sagt der Vorstandschef des Verbands, Wolf Mang. Nun befürchte in einer Umfrage unter 119 Mitgliedsunternehmen ein Fünftel der Betriebe, dass spätestens bei einer Verlängerung oder Ausweitung des Konflikts die eigene wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel stehe.

Fast die Hälfte der hessischen Metall- und Elektrounternehmen hat Kunden in der Krisenregion

Schließlich seien die Wirtschaftsbeziehungen eng. Fast die Hälfte der Unternehmen der Metall- und Elektrobranche habe Kunden in der Ukraine, Russland und Belarus, manche hätten Standorte in diesen Ländern. Zudem beziehe jedes vierte Unternehmen Rohstoffe oder Vorprodukte aus diesen Ländern, vor allem Metalle, Metallteile und Erdgas. Diese Unternehmen hätten jetzt mit Lieferschwierigkeiten und Engpässen zu kämpfen. Ein Drittel gebe an, die aktuellen oder drohenden Ausfälle schwer oder überhaupt nicht kompensieren zu können. Zudem belasteteten die hohen Energiepreise die Branche schwer.

Die von Hessenmetall und der IHK befragten Unternehmen dringen auf staatliche Hilfe in der Krise, etwa in Form von Steuersenkungen. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände und der hessische Industrie- und Handelskammertag haben jüngst bereits unter anderem eine Halbierung der Energiesteuer auf Benzin, Diesel, Erdgas und Heizöl ins Spiel gebracht.

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