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"Kreis-Wobau kommt nicht in die Gänge"

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Die Anzahl der Sozialwohnungen in den Kommunen des Wetteraukreises ist laut einer Pressemitteilung der Linken seit 2013 um 40 Prozent zurückgegangen. "Bei dem hohen Bedarf an Wohnraum im Niedrigpreissegment müsste eine solche Zahl eigentlich alle Alarmglocken auslösen", sagt Fraktionsvorsitzende Gabi Faulhaber und kritisiert die Untätigkeit der kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft.

"Leider ignorieren viele kommunale Politikerinnen und Politiker die Brisanz auf dem Wohnungsmarkt, was bezahlbaren Wohnraum angeht. Sie beschäftigen sich einfach nicht mit dem Thema", meint Faulhaber. Bestenfalls sehe man in Sozialwohnungen einen Kostenfaktor; deswegen hätten viele Kommunen Wohnungen verkauft oder die Sozialbindung nicht verlängert. "Manche haben ihre Soziawohnungen gänzlich abgestoßen."

Habe es 2013 noch 2512 Sozialwohnungen in den Wetterauer Kommunen gegeben, so seien es heute nur noch 1532. Das zeige eine aktuelle Erhebung zum sozialen Wohnungsbau, die dem Kreistag vorgelegt worden sei. Auf Antrag der Linken habe es bereits 2013 eine erste Erhebung zum Stand der Sozialwohnungen gegeben, die nun "endlich" fortgeschrieben worden sei. Faulhaber: "Dabei kam der desaströse Rückgang um 40 Prozent ans Tageslicht und es wurde deutlich, dass immer noch so gut wie keine Maßnahmen zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums ergriffen werden."

Sie habe kein Verständnis für die "jahrelangen Versäumnisse" im sozialen Wohnungsbau, sagt auch die linke Kreistagsabgeordnete Anja ElFechtali. "Bei vielen Haushalten frisst die Miete weit mehr als ein Drittel des Haushaltseinkommens. Wer im Niedriglohnsektor arbeitet oder ein kleineres Einkommen hat, ist mit den hohen Mieten armutsgefährdet. Die Armutsquote liegt in Hessen bei 18,3 Prozent. Sollen noch mehr Menschen in die Armut abrutschen?" Soziale Wohnungspolitik sei eine kommunale Aufgabe. Die kreiseigene Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), die vor der Kommunalwahl 2021 gegründet wurde, komme nicht in die Gänge, sagt Faulhaber. "Es gab seit März 2021 keinen Zwischenbericht im Kreistag, wie weit das Projekt gediehen ist oder was man plant." Dass die Wobau lediglich mit 2,1 Millionen Euro Kapital ausgestattet wurde, verstärke den Eindruck, dass sie "zum Scheitern gebracht werden soll". Laut Koalition soll der Kreistag Ende September über den Stand in Sachen Wobau informiert werden. ElFechtali fordert ein Umdenken: "Wer privaten Investoren den Wohnungsbau und -markt überlässt und den sozialen Wohnungsbau ausbremst, handelt unsozial." hed/red

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