Unterstützung

„Den Zusammenhalt erfahren“

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Die neue Besi & Friends-Stiftung in Rodgau will Menschen mit Autoimmunerkrankungen helfen.

Nach einer Schlaganfall-, MS- oder Parkinson-Diagnose stehen für die Betroffenen oft große Veränderungen an: Therapien, Hilfsmittel oder Umbauten im Zuhause sind kostspielig, zur Diagnose kommt noch die Sorge über die Finanzierung. Genau dort möchte die neue Besi & Friends-Stiftung ansetzen, sie will Menschen mit Autoimmunerkrankungen oder neurologischen Krankheiten unterstützen.

Seit 22. Mai ist die Stiftung anerkannt, ihre Gemeinnützigkeit wurde kurz darauf bestätigt. Am Samstag haben die drei Vorsitzenden Andreas Beseler, Markus Schönherr und Christian Schierhorn die Stiftung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Entwickelt wurde die Stiftung aus dem 2014 begonnenen Radprojekt Besi & Friends von Andreas Beseler.

Rund 320 000 Euro wurden bisher vom Projekt Besi & Friends für die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung zur Unterstützung von Menschen mit Multipler Sklerose gesammelt.

Die neue Stiftung möchte Menschen mit neurologischen Krankheiten und Autoimmunerkrankungen unterstützen.

stiftung.besiandfriends.de

Alle drei sind längst weit über Rodgaus Grenzen bekannt: Beseler machte 2013 auf sich aufmerksam, als er trotz MS-Erkrankung mit dem Rad 3835 Kilometer durch Kanada fuhr, um für andere MS-Kranke Geld zu sammeln. Ein Jahr später wurde daraus das Projekt Besi & Friends, das seitdem bei Sportprojekten weltweit Geld für die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung zur Unterstützung MS-Kranker sammelt. „Inzwischen gibt es rund 1200 Unterstützer europaweit, das Projekt ist riesig geworden“, sagt Schierhorn. Da habe es nahe gelegen, eine eigene Stiftung zu gründen, um ohne Umwege über eine andere Stiftung helfen zu können.

„Wir werden die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung aber weiter unterstützen“, betont Beseler. Allerdings werde man sich breiter aufstellen, auch Menschen mit Morbus Crohn, Parkinson oder Diabetes sollen Unterstützung erfahren. „Wir möchten, dass sie den Zusammenhalt erleben, den ich erfahren habe. Dass eben einer für den anderen da ist“ , sagt Beseler.

Im vergangenen Jahr machten sich Beseler, Schönherr und Schierhorn an die Vorbereitung der Stiftung. 400 000 Euro wurden als Stiftungskapital gesammelt. Ein Datenschutzbeauftragter wurde ernannt, denn alle Anträge auf Unterstützung werden den drei Vorsitzenden anonymisiert zur Genehmigung vorgelegt. „So können wir ohne jede Kumpanei entscheiden, ob wir ein bestimmtes Anliegen wie einen Umbau oder eine Therapie finanzieren“, sagt Schönherr. Ein Beirat aus sieben Personen, darunter dem Landrat oder dem Chefarzt der Frankfurter Unfallklinik, kontrolliert den Vorstand.

Nun werden Spender gesucht, die die Stiftung unterstützen. „Wir hoffen auf Großspender wie Unternehmen, aber auch jede Kleinspende ist willkommen“, sagt Schierhorn. In den kommenden Wochen möchte die Stiftung die Aktion „Kilometer für gute Zwecke“ starten, dann können sich Gruppen mit ihrer sportlichen Aktion eintragen und ein Sponsor spendet entsprechend Geld. „Das können Spinninggruppen im Sportstudio aber auch Wandergruppen sein“, sagt Schierhorn, der Fantasie seien da keine Grenzen gesetzt. „Momentan haben wir noch nicht viel zu verteilen, aber wir möchten so viel sammeln wie möglich, um helfen zu können“, sagt Beseler.

Die nächsten Sportprojektezur Unterstützung der neuen Stiftung sind am 21. Juli bei der Zwölf-Stunden-Tour am Hohlen Buckel in Hörstein und am 22. September beim Rad-, Lauf- und Wandertag Nauses Deep Valley in Ober-Nauses.

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