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Zurück in die Zukunft

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Das Neu-Isenburger Stadtmuseum wurde 1978 völlig neu aufgebaut und jetzt innen    saniert.
Das Neu-Isenburger Stadtmuseum wurde 1978 völlig neu aufgebaut und jetzt innen saniert. © Renate Hoyer

Das sanierte Stadtmuseum öffnet am 18. Februar?wieder seine Pforten.?Darin geht es nicht nur um Vergangenes. So wird der Neu-Isenburger Thomas Reiter von seinen Weltall-Erlebnissen erzählen.

Von Achim Ritz

Das Neu-Isenburger Stadtmuseum Haus zum Löwen wird sich Mitte Februar nach der umfangreichen Sanierung und genau 53 Jahre nach seiner Eröffnung in einem völlig neuen Outfit zeigen. Die Stadt hat rund 1,2 Millionen Euro in die Hand genommen, um das historische Gebäude von Grund auf zu erneuern, damit die Darstellung der Traditionen und der Geschichte der erst 311 Jahre alten einstigen Hugenottensiedlung einem modernen Museumskonzept angepasst werden kann.

Das Stadtmuseum ist nach der zweijährigen Modernisierungsphase fit für die Zukunft. Es blickt auch dorthin und befasst sich nicht ausschließlich mit Vergangenem.

Die Rede ist von der Raumfahrt, von Reisen ins Weltall. Davon kann ein Neu-Isenburger Ehrenbürger viel erzählen. Der ehemalige Astronaut Thomas Reiter, der die Erde viele Monate von der Internationalen Raumstation ISS aus beobachten konnte und heute im Vorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) für die Raumfahrtforschung und -entwicklung zuständig ist, macht das Stadtmuseum lebendig. In der Abteilung Raumfahrt spricht der in der Siedlung Buchenbusch aufgewachsene Ex-Astronaut auf Knopfdruck über seine Erlebnisse im All und im Buchenbusch, wo der kleine Thomas Anfang der 60er Jahre gern Raketen gebastelt hat.

Die Bürger können ihr neues Stadtmuseum am Freitag, 18. Februar, bei einem Tag der offenen Tür in Augenschein nehmen. Bettina Stuckard, Leiterin des städtischen Kulturbüros, ist sich sicher, dass viele das Haus nicht mehr wiedererkennen werden. Auch ohne Anbau oder große Erweiterung scheint alles offener und größer geworden zu sein. Statt verschachtelter Räume gibt es jetzt im Erdgeschoss einen kleinen Saal, der knapp 100 Besuchern Platz bietet. Dorthin soll künftig die temporär in die Kirchengemeinde St. Franziskus ausquartierte Reihe der Serenadenkonzerte wieder umziehen.

Wer das Stadtmuseum besucht, eine Führung miterlebt und sich vor oder nach dem Rundgang dort noch aufhalten möchte, ist in eine Art Apfelweinlokal eingeladen. Das Kulturbüro möchte auf keinen Fall eine neue Kneipe eröffnen, den Besuchern aber einen Ort zum Verweilen und Plaudern anbieten. Vielleicht dient dazu künftig auch der Innenhof des Hauses zum Löwen, der zur Hälfte überdacht wurde.

Im Obergeschoss des Museums, das Gehbehinderte über einen Treppenlift erreichen, lebt die Geschichte der Hugenotten wieder auf. Die Brücke zu den Anfängen von Neu-Isenburg schlägt das Stadtmuseum selbst, denn das Steingewölbe im Keller stammt aus dem Jahr 1702. Die Hugenotten kamen 1699, als ihnen Graf Philipp von Ysenburg-Büdingen das Land gab.

Weitere Themen im Museumskonzept sind die Druckerei und andere Handwerksberufe. Genutzt wird das Haus ferner vom Kellertheater „Spottlicht“ und der neugegründeten Kunstbühne Löwenkeller.

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