Wohnungen statt Häuser

Langen Stadtverordnete entscheiden über neues Konzept für Baugebiete

Von Maurice Farrouh

Die Stadt Langen erwartet in den nächsten Jahren eine starke Nachfrage nach Wohnungen. Während es an Flächen für Hausbauer nach Einschätzung des Magistrats keinen Mangel gibt, wird der prognostizierte Bedarf an Geschosswohnungen bei weitem nicht gedeckt.

Diese Erkenntnis fußt auf einem Gutachten des Instituts Wohnen und Umwelt aus Darmstadt, das die Stadt in Auftrag gegeben hat und auf dessen Grundlage sie nun die Bebauungspläne anpassen will. Heute Abend berät der Bauausschuss über das Vorhaben.

In ihrer Analyse haben die Fachleute den Wohnbedarf für die kommenden Jahre errechnet. Demnach braucht Langen mit seinen derzeit rund 36000 Einwohnern bis zum Jahr 2020 etwa 1100 neue Wohnungen, 650 davon in Mehrfamilienhäusern. Einen Grund für die steigende Nachfrage bei Wohnungen sieht das Institut in der Nähe zum Flughafen. Langen sei für Pendler ein attraktiver Wohnort, was langfristig für Nachfragedruck auf dem Wohnungsmarkt und für wachsende Bevölkerungszahlen sorge.

„Auf dieser Grundlage stellen wir jetzt die Weichen für die künftige Siedlungsentwicklung in Langen“, sagte Erster Stadtrat Klaus-Dieter Schneider (parteilos). In den bestehenden und geplanten Neubaugebieten wie im Langener Norden, der ehemaligen amerikanischen Wohnsiedlung, im Belzborn und am Leukertsweg ist das Angebot für Eigenheime in Einfamilienhäusern, Doppelhäusern und Reihenhaushälften laut Gutachten mehr als ausreichend. Die dort vorgesehenen Flächen für den Geschosswohnungsbau dagegen decken den prognostizierten Bedarf lediglich zur Hälfte.

Wandel bei Nachfrage

Dem will die Stadt entgegensteuern, indem sie bei der Entwicklung des Wohngebiets an der Liebigstraße und südlich der Elisabeth-Selbert-Allee verstärkt auf Geschosswohnungen setzt. „Es gibt deutliche Anzeichen für einen Wandel im Wohnungsbau“, so Schneider. In den nächsten Jahren werde sich ein neuer Markt für „hochwertiges Wohneigentum und neue Wohnformen in mehrgeschossigen Gebäuden“ entwickeln. Eines dieser Modelle sei etwa das „Townhouse“ – ein viergeschossiges Reihenhaus mit Garten, Dachterrasse und zwei Wohnungen, die über Laubengänge zugänglich sind. Solche Häuser seien hochwertig und dank der geringen Bodenfläche günstig.

Die Pläne sind Thema im Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr am heutigen Mittwochabend. Die Sitzung im Stadtverordnetensitzungssaal ist öffentlich und beginnt um 19.30 Uhr. Weitere Themen sind der Umbau der Bahnstraße, die Entwicklung der Gewerbebrache Monzapark-Nord sowie die Neubaupläne für die Kita Zimmerstraße.

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