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Frank Lortz, alter und neuer Vorsitzender des CDU-Kreisverbands, erhielt mehr als 98 Prozent der Stimmen.
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Frank Lortz, alter und neuer Vorsitzender des CDU-Kreisverbands, erhielt mehr als 98 Prozent der Stimmen.

CDU-Kreisparteitag in Mühlheim

CDU will jünger werden

  • Martin Brust
    VonMartin Brust
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Harmonische Stimmung beim CDU-Kreisparteitag in Mühlheim: Der alte und neue Kreisvorsitzende Frank Lortz erhält mehr als 98 Prozent der Stimmen, auch sonst liegen die Ergebnisse selten unter der 90-Prozent-Marke. Dass die CDU künftig nur noch zwei Bürgermeister im Kreis stellt, sieht Lortz allerdings kritisch.

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Von Krise keine Spur, diese Devise gab CDU-Kreisvorsitzender Frank Lortz beim Kreisparteitag am Samstag in Mühlheim aus. Ja, die CDU im Kreis habe Probleme, aber ihre Erfolge seien auch groß, so sein Tenor. Nicht nur der Vorsitzende vermittelte dieses Bild, sondern der gesamte Parteitag: Harmonische Stimmung, straffe Organisation, keine Gegenkandidaten, kein Aussprachebedürfnis und Abstimmungsergebnisse, die nur selten unter der 90-Prozent-Marke lagen.

Lortz erhielt bei seiner Wiederwahl als Vorsitzender mehr als 98 Prozent der Stimmen. Bundestagsabgeordnete Patricia Lips und Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger wurden mit lediglich einem Prozentpunkt Unterschied zu seinen Stellvertreterinnen gewählt. Da müssen die Ergebnisse der anderen beiden Stellvertreter Hartmut Honka und Peter Wichtel fast als Watsche gelten – Wichtel landete knapp unter 90 Prozent, Honka sogar bei 85. Aus dem gesamten Kreis waren 255 Delegierte nach Mühlheim gefahren, nur zehn fehlten.

„Wir sind eine erfolgreiche Partei“, sagte Lortz zu Beginn seiner Rede, auch wenn es „ab und an Rückschläge gibt“. Ein großer sei die verlorene Bürgermeisterwahl in Obertshausen gewesen, so Lortz. Von einer Krise, wie die Frankfurter Rundschau geschrieben hatte, könne aber keine Rede sein: „Wir sind der nach Mitgliedern drittstärkste hessische Kreisverband. Wir haben drei Landtagsabgeordnete, zwei Bundestagsabgeordnete, einen direkt gewählten Landrat und stellen die Erste Kreisbeigeordnete. Viele Kreisverbände wären froh, wenn sie das hätten.“

Position vor Ort stärken

Dass die CDU künftig nur noch zwei von 13 Bürgermeistern im Kreis stellt – vor wenigen Jahren waren es noch neun – sieht Lortz aber auch kritisch. Dass der parteilose Herbert Hunkel aus Neu-Isenburg auf CDU-Vorschlag gewählt wurde und auch die Ersten Stadträte und Beigeordneten in sieben Kommunen von der CDU kommen, bessert die Bilanz nicht wirklich. Lortz nannte es „nicht schlecht, aber bei weitem nicht gut genug“. Die CDU müsse ihre „Position in den Kommunen wieder stärken“, verlangte Lortz, und dazu müsse sie „in alle Städten und Gemeinden mit einem personellen Angebot kommen. Es kann nicht sein, dass wir irgendwo nicht starten“, so Lortz. „In den meisten Fällen, wo wir die Bürgermeisterwahlen verloren haben, waren nicht die anderen besser, sondern wir waren dümmer“, so Lortz, wobei er die jüngst verlorene Wahl in Obertshausen ausdrücklich ausnahm. Allerdings müsse die Geschlossenheit der Partei als eine wesentliche Voraussetzung für Wahlsiege vor Ort entstehen. Das können nicht von der Kreisebene oder gar vom Land her durchgesetzt werden.

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Neben der teils mangelnden Geschlossenheit benannte Lortz die Mitgliederentwicklung und die Altersstruktur als Probleme. Die Werbeaktion der vergangenen zwölf Monate sei zwar erfolgreich gewesen, aber hier „gibt es noch viel Luft nach oben, müssen wir mehr tun“, so Lortz. Bislang habe man etwa 90 bis 100 neue Mitglieder zu verzeichnen, insgesamt hat die CDU im Kreis rund 2600 Mitglieder. Potenzial sieht Lortz bei der Jugend, es gebe 900 Mitglieder der Jungen Union (JU), die nicht in der CDU sind.

Für die im Frühjahr 2016 anstehenden Kommunal- und Kreistagswahlen will Lortz vorschlagen, der JU feste Plätze einzuräumen, wenn diese „vernünftige Kandidaten vorschlägt, die auch für die gesamte Wahlperiode zur Verfügung stehen“. Und dann weist Lortz die Delegierten „ausdrücklich darauf hin, dass es in allen 13 Stadt- und Gemeindeverbänden der CDU Frauen gibt“. Die Ortsverbände sollten das bei ihren Wahlvorschlägen bedenken. Und schließlich kündigt er ebenfalls an, noch 2014 Landrat Oliver Quilling erneut als CDU-Kandidaten vorzuschlagen, ebenso wie Claudia Jäger als Erste Kreisbeigeordnete. Die Landratswahl ist im Herbst 2015.

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