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Rodgau Schule

Wenn Schüler ständig schwänzen

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Wenn Jugendliche wochenlang die Schule schwänzen oder teilnahmslos in der Klasse sitzen, kann das viele Ursachen haben. Sabrina Wolfframm hilft ihnen aus dem Teufelskreis.

Als Sabrina Wolfframm das erste Mal mit dem Mädchen sprach, ging dieses schon seit Wochen nicht mehr zur Schule. Die zehnte Klasse hatte die Schülerin des Realschulzweigs der Dietzenbacher Ernst-Reuter-Schule bereits wiederholt, und schon wieder sah es sehr schlecht für sie aus. Die Sozialpädagogin, die sich schwerpunktmäßig um Jugendliche kümmert, die die Schule schwänzen oder im Unterricht nur noch körperlich anwesend sind, und die Schulsozialarbeiterin nahmen sich ihr an.

„Es stellte sich heraus, dass sie viele Probleme im familiären Bereich hat und keine Lust mehr auf Schule“, sagt Wolfframm. Die Eltern aber hätten auf einen Realschulabschluss gedrängt. Das Mädchen brach die Schule ab, erhielt aber nachträglich einen Hauptschulabschluss. Inzwischen ist sie im zweiten Jahr einer Ausbildung zur Verkäuferin. Der Weg, den die Jugendlichen nach der Beratung eingehen, gefalle nicht immer den Eltern, sagt die 28-Jährige. „Er kann aber für die Schüler der richtige sein.“

Zwei Jahre lang hat Wolfframm vom Dietzenbacher Kreishaus aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die große Probleme in der Schule haben oder denen der Berufsstart nicht gelingen will, geholfen, wieder Perspektiven zu entwickeln. Seit Anfang des Jahres arbeitet sie im Rodgauer Rathaus. Zuständig ist sie aber für den gesamten Ostkreis, also auch Rödermark, Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen. Allein acht weiterführende Schule gehören zu ihrem Einzugsbereich. Mit den dort tätigen Schulsozialarbeitern wird sie zusammenarbeiten. Kollegen Wolfframms werden von Langen und Dietzenbach aus den Westkreis und die Kreismitte betreuen. Die Kosten für das zunächst auf ein Jahr befristete Angebot, das sich „Jugend in Schule und Beruf“ nennt, trägt der Kreis Offenbach.

Das Angebot ist freiwillig

Kein Schüler muss mit Wolfframm sprechen. Wer sich von ihr unterstützen lässt, tut das rein freiwillig, offenbar aber mit Aussicht auf Erfolg. „Wenn die Jugendlichen Ja sagen, kann ich ihnen zu 100 Prozent ein Angebot schaffen“, sagt sie. Wer sich auf die Hilfe einlasse, müsse aber auch etwas leisten. „Ich schreibe ihnen nicht den Lebenslauf“, stellt sie klar. Nur die wenigsten lehnten die Hilfe ab, sagt Wolfframm. Schon die Aufmerksamkeit, die sie ihnen schenke, ziehe bei den Jugendlichen.

„Jeder junge Mensch, der uns verlorengeht, ist eine Tragödie“, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD). „Wir müssen alles in Bewegung setzen, damit Menschen nicht durchrutschen.“ Darum bemühten sich auch die Schulsozialarbeiter an den weiterführenden Schulen und die Beschäftigten des Programms 16 plus, das Jugendlichen hilft, die nach der Schule keinen Ausbildungsplatz gefunden habe. Wenn jemand nicht aktiv in der Gesellschaft mitwirke, sei das schließlich nicht nur für jeden einzelnen tragisch, sagt Hoffmann. Es schade auch der Volkswirtschaft.

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