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Vorbildhaft: Am Bahnhof Heusenstamm gibt es jede Menge blaue Fahrradboxen.
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Vorbildhaft: Am Bahnhof Heusenstamm gibt es jede Menge blaue Fahrradboxen.

Kreis Offenbach

Wenn Radler die Lösung für Autofahrer finden

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Die Radtour des Kreises widmete sich diesmal auch dem neuralgischen Verkehrsknoten Tannenmühlkreisel.

Einmal im Jahr veranstaltet der Kreis Offenbach eine Radtour, bei der die Radwegetauglichkeit und Ideen für die Mobilität der Zukunft geprüft werden. Als die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU) zusammen mit Jürgen Follmann, Professor für Verkehrswesen an der Hochschule Darmstadt, diesmal im Tross mit acht Akteuren des Leitbildes Mobilität das E-Bike bestieg, ging es aber nicht alleine um den Radverkehr. Auf ihrer Fahrt über die Radwege in der Mitte des Kreises Offenbach suchte die Gruppe auch nach einer Lösung für den Tannenmühlkreisel bei Obertshausen, einen neuralgischen Punkt für Autofahrer.

In gebührendem Abstand schauten sich die Radfahrer am Donnerstagvormittag den Tannenmühlkreisel an, die Kreuzung der Bundesstraße 448 mit der Bundesstraße 45 und der Autobahn 3. Im Berufsverkehr stauen sich dort jeden Morgen und jeden Abend die Autos, auch für die Busse gibt es dann kein Durchkommen mehr. Grund: „Der rechte Fahrstreifen wird immer genutzt von Autofahrern, die von Offenbach kommen und nach Hanau wollen, der innere kaum“, so Follmann.

„Wenn wir dort baulich etwas ändern wollen, wird in den nächsten 20 Jahren nichts passieren, weil man neue Flächen braucht und die Planverfahren Jahrzehnte dauern“, erklärte er. Der einzig gangbare Weg sei es derzeit, „betrieblich“ etwas zu ändern. „Durch Ummarkieren und kleine bauliche Eingriffe können wir einen Turbo-Kreisverkehr entstehen lassen“, war sich Claudia Jäger sicher.

Das Beispiel Geisfeldkreisel in Offenbach zeige, dass diese Veränderung funktionieren könne. Allein durch Ummarkieren fließe der Verkehr im Kreisverkehr von Offenbach nach Frankfurt-Sachsenhausen und Neu-Isenburg jetzt viel besser. Einmal eingeordnet, ist innerhalb des Runds ein Wechsel der Fahrspur nicht mehr möglich. Ähnlich soll es auch im Tannenmühlkreisel laufen, meinten die Radtourteilnehmer, die allesamt in die Entwicklung des Leitbildes Mobilität involviert waren.

Zum Thema Radverkehr: In Obertshausen haben es Radfahrer schwer, stellten die Gruppe fest. An der Kreuzung Bürgermeister-Mahr-Straße/B448 stand sie eine gefühlte Ewigkeit an der roten Ampel. Die Ampelsteuerung muss also anders geplant werden, um die Wartezeit für Fußgänger und Radfahrer zu verkürzen. 

Die Erste Kreisbeigeordnete will den Elterntaxis den Kampf ansagen: Es müsse möglich sein, in Obertshausen Straßen zu den Schulen zeitweise zu sperren und nur für Anlieger freizugeben – so, wie das in Heusenstamm, Dreieich, Rodgau und Seligenstadt morgens und mittags schon gang und gäbe ist. Auch sollten die Achsen von der Georg-Kerschensteiner- und der Hermann-Hesse-Schule zum Bahnhof für den Fuß- und Radverkehr deutlicher hervorgehoben werden. In der Ortsmitte von Obertshausen fühlten sich die Akteure rund um das Thema Mobilität äußerst unwohl: Die Ortsdurchfahrt hat keine Radwege, Radler sind auf dem Gehsteig unterwegs, den sie sich aber mit Fußgängern und parkenden Autos teilen müssen. „Im hinteren Bereich, dort, wo eingekauft wird, kann man Schutzstreifen anlegen, im vorderen Bereich kann man Piktogramme aufmalen“, meinte Verkehrsexperte Follmann. Bei hoher Verkehrsbelastung könne man für die Straße auch nur 30 Stundenkilometer zulassen. „Am besten einfach mal ausprobieren.“

Wie man es besser machen kann, erfuhr die E-Bike-Gruppe in Heusenstamm: Die Ortsdurchfahrt, die Frankfurter Straße, wurde mit beidseitigen Fahrradstreifen umgestaltet. „Wir bräuchten hier und da nur noch Radabstellmöglichkeiten statt Parkplätzen“, so Follmann.

Vorbildlich sind die Bahnhöfe in beiden Städten. „Fahrradabstellplätze, kostenlose Ladestationen für E-Bikes, Videoüberwachung, Bewirtschaftung“ zählte Follmann auf. In Obertshausen könne man über ein Fahrradparkhaus nachdenken, weil der Bahnhof ein wichtiger Verknüpfungspunkt sei, so Claudia Jäger.

Heusenstamms Bürgermeister Halil Öztas (SPD), der ebenfalls zu den Radfahrern stieß, verkündete auch noch eine „Frohbotschaft“: Die Verbindung zwischen Heusenstamm und Rodgau-Hainhausen werde nun endlich angegangen. 

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