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Wenn im Internet beleidigt wird

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Von: Christoph Manus

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Schulsozialarbeiter sind auch in Rodgau mit neuen Problemen konfrontiert, beispielsweise dem Cyber-Mobbing unter Schülern. Rodgau war einst Vorreiter bei der Schulsozialarbeit.

Mit körperlicher Gewalt sind sie kaum noch konfrontiert. Schulhofschlägereien gibt es immer seltener. Doch die Probleme, mit denen sich die Schulsozialarbeiter der Stadt Rodgau auseinandersetzen müssen, sind nicht weniger geworden, sie sind nur subtiler.

Eine größer werdende Rolle spielt nach ihren Angaben etwa das so genannte Cyber-Mobbing, bei dem Schüler unter dem Deckmantel vermeintlicher Anonymität in sozialen Netzwerken über andere herziehen oder sie sogar bedrohen. „Das ist ein Problem, dem wir uns stellen müssen“, sagt Bettina Schubert, die seit 22 Jahren an der Heinrich-Böll-Schule in Nieder-Roden Schüler in den Pausen und am Nachmittag betreut, bei Konflikten schlichtet und Kindern und Jugendlichen bei Schwierigkeiten weiterhilft.

Immer mehr ständen jüngere Kinder im Fokus. Ein Grund dafür seien die zunehmend schwierigen Familienverhältnisse. Das ändere auch die Bedeutung der Schule, sagt Martin Störner, seit 20 Jahren Sozialarbeiter an der Geschwister-Scholl-Schule in Hainhausen. Für manche sei sie eine Ersatzheimat geworden, weil zu Hause keiner da sei.

Die Stadt Rodgau war einst Vorreiter bei der Schulsozialarbeit. Als erste Kommune im Umkreis schuf sie an allen drei Gesamtschulen in der Stadt Stellen, zudem an der Gartenfeldschule, einer Grundschule im Stadtteil Nieder-Roden. Vorbehalte und Unsicherheit gab es damals durchaus. „Das können wir auch selbst“, hieß es aus mancher Schule.

Doch längst sind auch die Schulleiter überzeugt. Er habe die Schulsozialarbeit stets als großen Luxus erlebt, sagt etwa Tino Desogus, der die Geschwister-Scholl-Schule leitet. Störner habe ihm bereits in vielen Stunden geholfen, Konflikte in Klassen zu lösen. Er glaube nicht, dass die Entwicklung zur Ganztagsschule dazu führen könne, dass die Schule auf kommunale Unterstützung verzichten kann. Es sei sogar noch mehr Unterstützung notwendig. Ideal wäre es nach seiner Ansicht, wenn dem Schulsozialarbeiter noch ein weibliches Pendant zur Seite gestellt würde.

„Gut investiertes Geld“

3,5 Stellen finanziert die Stadt für die Sozialarbeit an den Schulen, gibt etwa 200 000 Euro dafür aus. Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) spricht von sehr gut investiertem Geld. „Was wir in diesem Bereich investieren, machen wir gern“, sagt auch Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP). „Aber es sind uns Grenzen gesetzt.“

Anderen Grundschulen, die auch gern die Unterstützung eines Sozialarbeiters hätten, macht der Sozial- und Bildungsdezernent daher keine Hoffnung. Die Stadt stehe schließlich bereits beim Ausbau von U3-Plätzen in der Pflicht und müsse mehr Ganztagsplätze in den Kitas schaffen. Zudem investiere sie jedes Jahr fast eine Million Euro in das Betreuungssystem an den Rodgauer Schulen.

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