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Die Wasserspiele sind gerettet

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Von: Andreas Hartmann

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Das Vorbild: Die neuen Wasserspiele im Frankfurter Niddapark.
Das Vorbild: Die neuen Wasserspiele im Frankfurter Niddapark. © Stadtverwaltung Neu-Isenburg

Viele Bürger werden sich freuen: Die beliebten Wasserspiele sind gerettet. Der Spielpark Tannenwald wird bis 2017 erneuert. Der Niddapark dient als Vorbild.

Gebaut ist der Spielpark Tannenwald für heiße Wochen wie die gerade vorübergegangenen – doch die größte Attraktion der weitläufigen, mehr als fünf Hektar großen Anlage kühlt bereits seit vergangenem Jahr nicht mehr. Nach einer Inspektion hat das Frankfurter Grünflächenamt die bei Generationen von Kindern äußerst beliebten Wasserspiele wegen Baumängeln trockengelegt. Eine Sanierung rückte nach einer genaueren Untersuchung in immer weitere Ferne.

Doch vor allem viele Neu-Isenburger – der Waldspielpark liegt genau an der Grenze zwischen Neu-Isenburg und Frankfurt auf Sachsenhäuser Gemarkung – wollten das nicht hinnehmen, wandten sich an Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) und die Fraktionen. Es hängen eben doch zu viele schöne Erinnerungen an den bunten Mosaiktieren, Fontänen und Tunnels. Seither verhandelten Frankfurt und Neu-Isenburg.

Gestern nun konnten der Neu-Isenburger Bürgermeister und die Frankfurter Stadträtin Rosemarie Heilig (Grüne) ein Abkommen unterzeichnen, in dem die Zukunft der Anlage gesichert wird. „Die Wasserspiele sind gerettet“, verkündete Hunkel stolz. Allerdings wird der Spielplatz komplett erneuert, die alten Geräte und Becken werden abgerissen.

„Heute baut man ganz anders“, sagte Rüdiger Cibis vom Frankfurter Grünflächenamt. Das Gelände solle übersichtlicher sein, ohne tote Winkel, in denen sich jemand verstecken könne. Das sei viel zu gefährlich. Als Beispiel und Vorbild für die Wasserspiele nannte er die neu errichtete Anlage im Frankfurter Niddapark. Die ist wartungsarm, per SMS werden laufend Chlorgehalt und Wasserqualität an das Grünflächenamt gemeldet.

15 Fontänen

Etwa 1000 Quadratmeter befestigte Fläche soll die neue Anlage im Tannenwald umfassen, umgeben von einer Wiese. Aus zehn Findlingen und 15 Fontänen wird das gechlorte Wasser in eine flache Wanne sprühen, die Kinder sollen außerdem mit Wasserkanonen schießen können. „Da können sie vielleicht mal ihre Eltern nass machen“, sagte Cibis.

Etwa 600 000 Euro wird der Neubau kosten. Die Hälfte davon kommt aus dem Bund-Länder-Programm Soziale Stadt. Es ist nach Angaben von Marion Schmitz-Stadtfeld, die das Projekt beim Träger Nassauische Heimstätte leitet, zumindest in Hessen das erste Beispiel für eine die Stadtgrenzen überschreitende Kooperation. Die Verrechnung ist deshalb auch etwas komplizierter: Neu-Isenburg übernimmt erst einmal 300 000 Euro der Kosten, Frankfurt zahlt dann 150 000 als „verlorenen Baukostenzuschuss“ an die Nachbarn. „Wir teilen das brüderlich“, sagte Hunkel bei der Unterschrift und musste sich deshalb von Heilig korrigieren lassen. Städte gingen ja wohl eher schwesterlich miteinander um.

Neu-Isenburg und Frankfurt jedenfalls können bereits auf eine jahrzehntelange, mal mehr, mal weniger intensive geschwisterliche Zusammenarbeit zurückblicken. Beide Städte schlossen 1958 einen Nachbarschaftsvertrag, aufgrund dessen 1961 auch der Waldspielpark gebaut wurde. Damals wurde vereinbart, dass Frankfurt Bau und Unterhalt übernehmen sollte, während sich Neu-Isenburg zur Beaufsichtigung und Reinigung des Spielplatzes verpflichtete.

Mit der neuen Vereinbarung ziehe man nun an einem Strang und könne so rascher mit der Sanierung des Tannenwaldes beginnen, sagte Heilig. In Frankfurt seien momentan gleich mehrere ältere Wasserspielparks dringend reparaturbedürftig.

Zu früh sollten sich Eltern und Kinder aber nicht freuen. Denn die Arbeiten werden erst im Frühjahr kommenden Jahres ausgeschrieben. Baubeginn wäre dann, wenn alles gut geht, im Herbst 2016. Und bis das Wasser schließlich wieder fließt, wird es wohl Sommer 2017 – frühestens.

Ein Spendenkonto für den Spielpark Tannenwald hat die Stadt Neu-Isenburg eingerichtet. Mit dem Geld sollen zusätzliche Geräte angeschafft werden. Sparkasse Langen-Seligenstadt, IBAN DE 09 59652124 0034116509.

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