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Hans-Jörg Vetter im 1895 gebauten Bahnhofsgebäude.
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Hans-Jörg Vetter im 1895 gebauten Bahnhofsgebäude.

Rödermark

Wartesaal wird Markthalle

  • VonFrank Sommer
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Der Projektentwickler Hans-Jörg Vetter lässt den Bahnhof in Ober-Roden für viel Geld sanieren. Das Gebäude soll Raum für Wohnungen und Läden bieten.

Die Wände wirken erstaunlich hoch. „Die Deckenhöhe beträgt immerhin vier Meter“, sagt Hans-Jörg Vetter. „Als hier noch Betrieb herrschte, fiel das kaum auf.“ Betrieb herrscht allerdings schon seit einiger Zeit nicht mehr im alten Ober-Röder Bahnhof. Vetter will das ändern: Bis zum Jahresende soll das Gebäude samt Vorplatz in neuem Glanz erstrahlen und Raum für Wohnungen, Büros, Läden und Gastronomie bieten.

Der Urberacher Projektentwickler erwarb im vergangenen Jahr für 75 000 Euro das denkmalgeschützte Gebäude. Für rund 600 000 Euro will er es sanieren lassen, Baubeginn ist um Ostern terminiert. „Der Zeitplan hat sich etwas verschoben, da wir ein paar Sachen umplanen mussten“, sagt Vetter.

Im südlichen Teil des 1895 erbauten Bahnhofs werden ein Feinkostgeschäft und ein Bistro mit Servicestore entstehen. Die Mietverträge seien dafür schon unterschrieben, betont der 47-Jährige. Wo einst die Reisenden auf ihren Zug warteten, entsteht eine Markthalle. „Dafür wird die Wand zu den Gleisen hin durchbrochen, so bekommen wir eine richtige Halle.“ Im Bistro sollen auch Fahrkarten verkauft werden. „Gespräche mit der Deutschen Bahn laufen dafür zur Zeit. An anderen Standorten funktioniert dieses Konzept gut.“

Im nördlichen Gebäudeteil soll ein Restaurant untergebracht werden, zudem wird, wo jetzt noch die alte Bahnhofsrampe zu sehen ist, ein moderner Anbau entstehen. Für das Restaurant sucht Vetter noch einen Betreiber. „Was das Gastronomiekonzept betrifft, sind wir noch nicht festgelegt: Es soll etwas besonderes sein, aber nicht überkandidelt. Auf jeden Fall wird das Restaurant durch die 120 Quadratmeter große Dachterrasse ein Hingucker: Von oben hat man einen schönen Blick Richtung Kirche und Marktplatz.“ Das Bahnhofsareal wird sich, hofft Vetter, zum weiten Treffpunkt neben dem Marktplatz entwickeln und dem Stadtteilzentrum t neue Impulse geben.

Zwei historische Holztreppen führen in beiden Gebäudeflügeln in die beiden oberen Etagen. „Da war nicht nur das Denkmalamt daran interessiert, dass die erhalten bleiben“, sagt Vetter und streicht vorsichtig über den Handlauf. Auch oben erwarten die zukünftigen Mieter hohe Decken und breite, hölzerne Türzargen. „Im südlichen Bereich werden Büros untergebracht, davon ist die Hälfte schon vermietet. Nördlich entstehen bis zu fünf Wohnungen zwischen 30 und 40 Quadratmeter, die wir möbliert vermieten.“ Fach- und Führungskräfte, die zum Arbeiten ins Rhein-Main-Gebiet kommen, will Vetter damit ansprechen. „Das ist ein bewährtes Konzept, die werden gut angenommen.“ Lärm müssen die zukünftigen Mieter nicht fürchten: Durch das offenstehende Fenster ist die anfahrende S-Bahn kaum zu hören.

Der untere Bereich des Bahnhofs wird barrierefrei sein, das Straßenniveau des Vorplatzes deshalb um knapp 30 Zentimeter angehoben. Zudem wird in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz energetisch saniert. „Außendämmung ist verboten, also müssen wir innen dämmen. Dazu wird eine kohlendioxid–neutrale Heizung eingebaut.“

Die Zusammenarbeit mit der Behörde sei gut, betont Vetter. „Bei einem historischen Gebäude wie diesem gibt es freilich einiges zu beachten. So darf an den Wänden etwa der Putz aus Gips und Zement nicht gemischt werden.“ Die Substanz des Gebäudes aber sei gut, sagt Vetter mit Blick auf die innen freigelegte Wand: „Man merkt, dass vor 100 Jahren noch sehr gut gebaut wurde.“

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