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Vision Weltmeisterschaft

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Von: Christoph Manus

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Heinz-Josef und Aurelia Bickers sind Tanz-Weltmeister.
Heinz-Josef und Aurelia Bickers sind Tanz-Weltmeister. © ROLF OESER

Ein Internationales Tanzsportzentrum aufbauen - Das ist die Vision von Cornelia Straub, der Vorsitzenden des Tanzsportclub in Rödermark. Auf 600 Quadratmerter soll es in Hessen einzigartige Tanzbedingungen bieten.

Noch spricht Cornelia Straub, die Vorsitzende des Tanzsportclubs, von einer Vision: Doch im besten Fall entsteht schon im kommenden Jahr ein Internationales Tanzsportzentrum in der Rödermärker Siedlung Breidert. Es soll auf zusätzlichen 600 Quadratmetern Fläche Trainingsbedingungen bieten, wie es sie bislang nirgendwo in Hessen gibt. Auch vereinsfremde Paare werden den Plänen nach dort die Möglichkeit haben, rund um die Uhr zu üben – und das an jedem Tag der Woche. „Herzlich willkommen in der neuen Welt des Tanzsports“, hat Straub ihre Präsentation überschrieben.

Sechsmal pro Jahr will der Verein künftig internationale Trainingscamps ausrichten. Die Nachfrage ist da. Da sind sich Aurelia und Heinz-Josef Bickers sicher. Sie müssen es wissen: Das Paar aus Obertshausen, das für den Tanzsportclub startet, hat dieses Frühjahr in ihrer Altersgruppe bereits zum dritten Mal in Folge die Weltmeisterschaft im Standardtanz gewonnen.

Kein Klub habe so etwas zu bieten

Für die Vorstellung des mit ihrer Hilfe entwickelten Konzepts haben die Bickers extra ihr Trainingslager im italienischen Bergamo unterbrochen. Nachher fliegen sie nach Schladming in Österreich, wo sie bei einem Weltranglistenturnier starten. Ein solches Zentrum, wie es der Tanzsportclub plant, habe kein anderer Verein zu bieten, schwärmt Heinz-Josef Bickers schon. „Wir hätten gute Chancen, eine Weltmeisterschaft in den Kreis Offenbach zu holen.“ Schon jetzt sei er angesprochen worden, ob der Verein das Turnier nicht schon dieses Jahr ausrichten könne. Auch der Breitensport soll stark profitieren. Doppelt so viele Kurse in Zumba kann der Verein mit etwa 300 Mitgliedern den Plänen nach künftig anbieten, mehr Menschen können Line Dance tanzen, an ihrer Fitness arbeiten oder Ballett erlernen. Neue Kurse wie Hip-Hop und Break Dance sollen das Angebot ergänzen.

Jugendliche will der Verein an den Leistungssport heranführen, spezielle Angebote für Mütter und Ältere machen. Der Verein hofft, dass Abiturienten ihre Bälle künftig in der neuen Halle ausrichten. Die Räume werden für Schulsport dienen. Die Pläne für das Tanzsportzentrum sind bereits relativ weit gediehen. Der Verein wird aller Voraussicht nach das bisher zur Dependance der Trinkbornschule gehörende Grundstück hinter der bisherigen Halle nutzen können. Dort entstehen nach den bereits von einem Architekten ausgearbeiteten Plänen zwei je 300 Quadratmeter große Trainingssäle, die zu einem großen Saal verbunden werden können. Auf weiteren 100 Quadratmetern entstehen Seminar-, Umkleide- und Wirtschaftsräume. Die zwei bisherigen Trainingssäle und der Clubraum bleiben erhalten.

Neubau soll auch Wirtschaft nutzen

Auch das Finanzierungskonzept steht bereits. Der Verein wird, wie Straub erläuterte, im kommenden Jahr das Darlehen für das bisherige Gebäude abgelöst haben, macht einen jährlichen Überschuss und sieht sich in der Lage, selbst die veranschlagte Investitionssumme von 870 000 Euro aufzubringen. Davon wird er 524 000 Euro finanzieren müssen. Die Sparkasse Dieburg ist bereits dazu bereit. Auf weitere 284 000 Euro hofft der Verein aus Fördermitteln. Landrat Oliver Quilling (CDU) bescheinigt ihm „ganz gute Karten“, bis zu zehn Prozent seiner Investitionssumme vom Kreis zu erhalten. Noch sei aber keine Entscheidung gefallen. Sportkreis-Chef Peter Dinkel will sich beim Land um eine Förderung in Höhe von 15 bis 20 Prozent der Kosten bemühen. Sparen will der Verein bei den bisher hohen Energiekosten. Dazu soll das neue Dach mit Photovoltaik-Elementen bestückt werden. Die gewonnene Energie soll Luft-Wärme-Pumpen antreiben, die wiederum Heizung und Kühlung der Halle übernehmen. Straub und Bickers sind sich sicher, dass das neue Zentrum nicht nur in sportlicher Hinsicht ein großer Gewinn sein kann. Die Stadt Rödermark könne auch wirtschaftlich profitieren. Hotels, Gastronomie und Handel würden belebt, wenn Tänzer und Zuschauer regelmäßig zu Workshops und Turnieren in die Stadt kämen.

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