kommentar

Vielfalt zulassen

Durch ein Auftrittsverbot für eine Band beim Neu-Isenburger Open Doors-Festival werden alle Besucher pauschal als potenzielle Gewalttäter verurteilt. Das ist der falsche Weg, findet Achim Ritz.

Von Achim Ritz

Mit dem Beschluss, im Club Voltaire während des Open Doors Musikfestivals kein Punk-Rock-Konzert zu erlauben, reagiert der Neu-Isenburger Magistrat auf eine recht einfache und zugleich primitive Art und Weise auf die Schlägerei im vergangenen Jahr.

Durch dieses Auftrittsverbot einer Band, die für einen bestimmten Musikstil steht, werden alle Besucher pauschal zu potenziellen Gewalttätern verurteilt. Das ist der falsche Weg. Selbst wenn die Rhythmen der Band und der Tanz des Publikums wilder sind, als einst bei Konzerten von Simon and Garfunkel, darf der Magistrat die Fans von Punkmusik nicht vor der Tür des Clubs stehen lassen.

Zu einem von der Stadt geförderten Festival wie Open Doors gehört eine große musikalische Vielfalt, die der Magistrat aus vorgeschobenen Sicherheitsgründen auf keinen Fall einschränken darf. Mit dem Verbot eines Punkkonzertes im Club Voltaire erreichen die Kommunalpolitiker nichts.

Wenn Randalierer und Idioten unter den Zuschauern sind oder dazukommen, kann es überall eine Schlägerei geben: Bei Fußballspielen in der Kreisliga und bei einem Auftritt des Posaunenchores im Bürgerhaus.

Gekickt wird trotzdem jedes Wochenende, und die Bläser dürfen zum Glück auch weiterhin musizieren. Der Magistrat wäre besser beraten, er hätte ein Punk-Konzert im Club Voltaire zugelassen und mit verstärktem Personaleinsatz für mehr Sicherheit gesorgt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare