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Viele Löcher, wenig Salz

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Von: Christoph Manus

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Schlagloch.
Schlagloch. © dapd

Rodgau, Rödermark und Dietzenbach streuen in diesem Winter so viel wie noch nie zu dieser Jahreszeit. Doch die kalten Tage sind wahrscheinlich noch nicht vorbei.

Langsam wird es wieder kälter, einige Wochen mit Eis und Schnee können noch kommen. Doch schon jetzt ist klar, dass dieser Winter für die ohnehin immer stärker verschuldeten Kommunen ein sehr teurer wird. 150 Tonnen Salz haben die Rodgauer Stadtwerke bereits gestreut und 100 Tonnen einer Salz-Splitt-Mischung. Vergangene Woche kamen, wie Stadtpressesprecherin Sabine Fischer berichtet, noch mal 26 Tonnen Salz in Rodgau an. 70 bis 130 Euro kostet solch eine Tonne Streusalz – jetzt im Winter auch mal mehr als 200 Euro. Die Stadt komme beim Streugut zudem bereits an Kapazitätsgrenzen, berichtet Fischer. Denn die Silos und Lager bieten nur Platz für 220 Tonnen des begehrten Guts. In Dietzenbach befasst sich schon das Stadtparlament mit dem Winterdienst. Anlass ist, dass am 27. Dezember der Verkehr in den Gewerbegebieten wegen glatter Straße fast vollständig zum Erliegen kam. Dort wird, wie der technische Betriebsleiter der Stadtwerke Michael Würz bestätigt, schon seit einigen Jahren nicht mehr gestreut. SPD kritisiert Winterdienst Das findet die SPD falsch. Sie fordert in einem Antrag an das Stadtparlament, dass der Magistrat „unverzüglich ein Konzept zur Sicherstellung des Kraftfahrzeugverkehrs auch bei winterlichen Sraßenzuständen“ erstellt und dieses Konzept auch rasch umsetzt. Die Stadt könne es sich nicht leisten, „dass Unternehmen aufgrund dieser Randbedingung abwandern oder sich nicht weiterentwickeln“, begründet die SPD ihren Antrag. Würz spielt den Ball an die Stadtpolitik zurück. „Wir streuen da, wo es gewünscht ist.“ 140 Tonnen Salz habe die Stadt in diesem Winter schon gestreut. Das sei sehr viel. Eine neue 50-Tonnen-Lieferung wird Ende des Monats in der Kreisstadt erwartet. Das Problem sei, dass die Temperaturen im November und Dezember oft um den Gefrierpunkt gelegen hätten. Dauerfrost sei nicht das Problem. 185 Tonnen Salz hat die Stadt Rödermark schon gestreut. Fünf bis zehn Tonnen seien übrig, 50 bestellt. „So viel haben wir noch nie gebraucht“, sagt Thomas Trageser von der Abteilung Tiefbau. Die Kosten für den Winterdienst seien 2010 doppelt so hoch wie im Vorjahr gewesen. Auch Schlaglöcher machen den Städten zu schaffen. 100 Löcher haben die Stadtwerke in Rodgau in diesem Winter bereits mit Kaltmischgut verfüllt. „Wir machen aber das ganze Jahr über unsere Hausaufgaben“, betont Sabine Fischer. Risse würden rasch mit Fugenverguss verfüllt, damit kein Wasser in die Asphaltdecke eindringt. So reduziere man die Schäden im Winter. Auch der Betriebshof Rödermark ist nach Angaben von Thomas Trageser eifrig dabei, die Löcher mit Kaltmischgut zu füllen. Eine Kostenschätzung sei schwierig. Der Betriebshof verbrauche aber doppelt so viel Kaltmischgut wie in einem normalen Winter. 2500 Kilo seien bereits verfüllt, berichtet Trageser. Sobald der Winter endet, im März oder April, würde dann der Asphalt an diesen Stellen nachgebessert.

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