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Taekwondotraining bei der TG Hainhausen

TG Hainhausen

Verein mit Familiencharakter

Die TG Hainhausen wird 125 Jahre alt - und bietet ihren Mitgliedern Stepp-Aerobic und Total-Body-Kondition. Noch wichtiger ist aber der soziale Zusammenhalt.

Von Anne Jäger

Sicherlich hat im Sommer 1886 keiner der Gründerväter der Turngemeinde (TG) Hainhausen geahnt, welchen Wandel ihr Verein im Laufe der Zeit vollziehen wird. Damals stand bei der TG noch volkstümliches Turnen an primitiven Geräten im Mittelpunkt. Heute verbessern die Mitglieder ihre Fitness beim Stepp-Aerobic oder beim Total-Body-Kondition. Vor allen den jüngeren Sportlern soll mehr Action geboten werden. Das erklärt Pressewart Torsten Rudolph.

Die Jugendarbeit liegt dem Verein, der 2011 sein 125-jähriges Bestehen feiert, am Herzen. Manch einen Jugendlichen, dem der Halt aus der Familie fehle, habe der Verein auf diesem Weg schon aufgefangen und vorm Abrutschen bewahrt, sagt Rudolph. Dabei setze die Turngemeinde mit ihren rund 900 Mitgliedern nach Angaben des Pressewarts auf ein soziales und familiäres Miteinander.

Mindestens ebenso wichtig wie das Angebot einer möglichst breiten Palette von Sportarten sind dem Verein aus Hainhausen die Kerb, die Fastnacht, Ausflüge oder Weihnachtsfeiern. Es wird viel Wert auf einen sozialen Zusammenhalt gelegt. „Das ist das Schönste an der TG“, sagt Rudolph.

Kampfsport ist gefragt

Die Taekwondo-Abteilung ist heute die Vereinssparte mit den meisten Mitgliedern. Den Kampfsportlern gelang sogar bereits ein zweiter Platz bei den Hessenmeisterschaften. Das Interesse an dieser Sportart ist so hoch, dass der Verein momentan keine neuen Kinder mehr in der Taekwondo-Abteilung aufnehmen kann. „Wir suchen gerade nach einer passenden Lösung“, sagt Pressewart Rudolph. „Eventuell müssen wir intern etwas verschieben, so dass die Kampfsportler mit einer schwächeren Abteilung die Räume tauschen.“

Neben der städtischen Großsporthalle nutzt die Turngemeinde für den Trainings- und Wettkampfbetrieb auch die Halle der Münchhausen-Schule. Außerdem nennt der Club das Vereinsheim in der Ortsmitte sowie vier Tennisplätze sein Eigen.

Ausgerechnet sein „ehemaliges Aushängeschild“ bereite dem Verein nun Sorgen, erklärt Torsten Rudolf. Das Interesse am Handball sei mittlerweile eher dürftig. Da es an Spielern fehle, werde die Handball-Abteilung von der kommenden Saison an mit der Handballspielgemeinschaft (HSG) Nieder-Roden kooperieren. Spieler sollen ausgetauscht werden, um die Mannschaften zu füllen.

Auf seiner Internetseite hat der Verein einen Aufruf gestartet, um Jungen und Mädchen für die Handball-D-Jugend zu begeistern. „Gerade die mittleren Jugendmannschaften sind unsere Problemfälle“, berichtet Abteilungsleiterin Dagmar Pokojewski. Gut aufgestellt seien hingegen die Minis sowie die E- und F-Jugend, bei denen immer rund 30 Kinder durch die Halle wuseln.

Jugend im Terminstress

Wahrscheinlich möchte die Jugend heute keine festen Trainingszeiten mehr einhalten, vermutet der Pressewart. „Viele haben ohnehin schon eine hohe Belastung durch die Schule.“ Seitens der Eltern heiße es dann meistens: „Die Schule geht vor.“

„Wir sind früher immer gleich nach der Schule auf den Fußballplatz und danach zum Handball“, erinnert sich der 39-Jährige. Das Angebot der Fitnessstudios, die jeden Tag über zwölf Stunden geöffnet haben, sei heute für Jugendliche anscheinend verlockender als eine Mannschaftssportart. Doch während die Studios oft mehr als 40 Euro pro Monat verlangen, kann man sich für gerade mal acht Euro Monatsbeitrag bei der TG jeden Tag sportlich betätigen.

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