+
2018 fand der Hessentag in Korbach statt.

Ausrichtung 2024

Umstrittener Hessentag in Neu-Isenburg

  • schließen

Eine Bewerbung Neu-Isenburgs als Ausrichter des Hessentags 2024 ist in Bürgerschaft umstritten.

Soll sich Neu-Isenburg für den Hessentag im Jahr 2024 bewerben? In der Bürgerschaft haben sich schon Pro- und Kontra-Lager gebildet, in den Fraktionen sind sich die Parlamentarier nach Diskussionen in den Ausschüssen aber einig: Es gibt noch zu viele Fragen und unbekannte Größen, um eine Entscheidung im Stadtparlament zu treffen. Zunächst muss es Antworten geben, erst dann kann das Thema erneut auf die Tagesordnung gehievt werden. SPD und FDP schlagen einen Bürgerentscheid vor, der allerdings frühestens ein halbes Jahr nach Ende des Hessentags 2019 in Bad Hersfeld sinnvoll sei, sagen die Freidemokraten.

„Wir benötigen auf jeden Fall belastbare Zahlen aus Bad Hersfeld“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Thilo Seipel.

Der Hessentag findet dort vom 7. bis 16. Juni statt, wird aber erstmals mit kleinerem Konzept ausgerichtet. Heißt: Die Landesregierung hat die Pflichtbestandteile reduziert, nur noch Landesausstellung, Festzelt, Natur auf der Spur und Festzug sind ein Muss. „Eine Hessentagsarena beziehungsweise ein Open-Air-Gelände mit Rockkonzerten, die bisher meist defizitär waren, sind jetzt beispielsweise optional, können freiwillig organisiert werden“, sagt Seipel.

Ein Hessentag im Jahr 2024 berge erhebliches Konfliktpotenzial zu weiteren Großvorhaben in der Stadt, warnt die FDP und zählt auf: Bau der RTW, Umbau der Hugenottenhalle, Entwicklung des Stadtquartiers Süd, eventuell Bau einer Mobilitätsstation am Bahnhof. „Ist das nicht ein bisschen viel für eine kleine Stadt?“, fragt die Partei und spricht sich deshalb für einen Bürgerentscheid aus.

Föhl: „Es ist keine übertriebene Eile geboten“

Mit dem späten Termin dafür kann sich SPD-Fraktionschef Gene Hagelstein durchaus anfreunden, obwohl seine Partei im Hauptausschuss beantragt hatte, den Bürgerentscheid am 26. Mai zeitgleich mit der Europawahl stattfinden zu lassen. „Das wäre möglich, aber ambitioniert gewesen“, bekennt Hagelstein. Die SPD hatte im März 2017 erstmals einen Bürgerentscheid in der Sache angeregt – damals allerdings parallel zur Bundestagswahl im September des Jahres. „Um Kosten zu sparen“, erklärt Hagelstein.

„Es ist keine übertriebene Eile geboten“, meint CDU-Fraktionsvorsitzender Patrick Föhl. Der Landesrechnungshof habe im Dezember 2017 festgestellt, dass rund dreieinhalb Jahre vorher mit der Projektabarbeitung begonnen werden sollte. Das vorgelegte Finanzierungskonzept müsse erst konkretisiert werden, sagt Föhl. Der Magistrat hatte drei Millionen Euro Ausgaben und Einnahmen von 2,5 Millionen kalkuliert. Vor einem Bürgerentscheid sei auch die Finanzierung der anstehenden Großprojekte zu klären.

„Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wann“, sagt Maria Sator-Marx, Fraktionschefin der Grünen. Ein Hessentag mit gleichzeitiger Großbaustelle RTW gehe gar nicht. Und es sei abzuwarten, was der Hessentag 2018 in Korbach laut Endabrechnung gekostet hat. Für eine Bürgerbeteiligung gebe es noch zu viele offene Fragen, Antworten seien im Jahresverlauf zusammenzutragen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare