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Streit zwischen Kita und Stadt

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Von: Claudia Isabel Rittel

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Krippenplätze und ein löchriges Dach: Zwischen der Kita der evangelischen Emmaus-Gemeinde in der Berliner Straße 2 und der Stadt Rodgau bahnt sich ein handfester Streit an.

Oder besser gesagt: Es kracht schon, aber bisher ist es noch nicht zur Konfrontation gekommen. Es geht um 14 neue Krippenplätze, ein tropfendes Dach und natürlich um Geld.

Die Kita mit 42 Plätzen ist in einem Gebäude der Stadt untergebracht, das weitgehend im Originalzustand aus den frühen 1970er Jahren ist. Allen Beteiligten ist klar: Das Haus muss saniert werden. Das wurde aber bisher aufgeschoben, weil die Kita erweitert werden sollte. Auch darin waren sich Träger und Stadt einig. Da schien es naheliegend, Umbau und Sanierung in einem Aufwasch zu erledigen.

Allerdings: Das Haus ist nicht so stabil gebaut wie in den Plänen angegeben. Ein Ausbau, der als zweites Stockwerk geplant war, würde dadurch wesentlich teurer als der Stadt lieb ist. Zudem muss bei einem Anbau das gesamte Haus energetisch saniert werden.

Stadtrat Michael Schüßler (FDP) rechnet vor: 450?000 Euro stehen für den Bau von weiteren Krippenplätzen zur Verfügung – 225?000 Euro von der Stadt, 225?000 vom Bund. Umbau und Sanierung des Hauses an der Berliner Straße aber würden 850?000 Euro kosten. Schüßler nennt das „ein unwirtschaftliches Invest“. Das aber sei angesichts von dreizehn Millionen Euro Schulden nicht vertretbar. Die Meinung des Trägers: „Die Sanierung ist hier nun mal mit drin“, sagt Pfarrerin Sabine Zielsdorf.

Seit den 1990er Jahren zahlt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zudem keine laufenden Betriebskosten mehr für neu geschaffene Kinderbetreuungsplätze. Mit der Bewerbung für das Krippenprogramm der EKHN hatte sich die Kita um einen Zuschuss ihres Trägers bemüht, berichtet Leiterin Julia Keller. Fünf Jahre lang hätte der Träger dann 12?000 Euro pro Gruppe und Jahr gezahlt. 250?000 Euro zahlt die Stadt jährlich an Betriebskosten für die Kita, so Schüßler. Mit den Kosten fühlt er sich allein gelassen, und

Doch man habe keine Rückmeldung vom Träger bekommen. Der Träger seinerseits ist überzeugt, auch das Gespräch gesucht zu haben. „Vielleicht hätten wir uns nachdrücklicher zu Wort melden müssen“, sagt Kita-Leiterin Keller. Vor allem wegen der Wahl habe man sich aber zurückgehalten. Wie auch immer – der Kita stünden 225000 Euro aus dem Etat für 2011 zu, sagt Keller. Das sei ihnen auch von Seiten der städtischen Verwaltung bestätigt worden.

Die Stadt hält dagegen: Das für die Kita eingeplante Geld sei nicht objekt-, sondern zweckgebunden. Soll heißen: Es ist für neue Krippenplätze vorgesehen und kann deshalb nicht für eine energetische Sanierung genutzt werden. So sind im Moment beide allein: Die Stadt mit ihren Geldsorgen und die Kita mit ihrem maroden Dach.

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