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Zum Klimaschutz gehört auch der Erhalt von Kälteschneisen für die umgebende Wohnbebauung, hier in der Erlenbachaue.

Neu-Isenburg

Im Trio für den Klimaschutz

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Die Stadt Neu-Isenburg will die Bürger durch mehr Informationen für Energieeinsparung gewinnen. Ein besonderes Thema ist dabei die Gebäudesanierung.

Einen Klimaschutzmanager, der an allen Umweltprojekten der Stadt beteiligt ist und die Arbeit aller am Klimaschutz Mitwirkenden zusammenführt, hatten sich die Grünen in Neu-Isenburg gewünscht. Doch eine solche Stelle fand keine Mehrheit in Stadt. Dafür sind es jetzt drei städtische Angestellte, die sich um den kommunalen Klimaschutz kümmern sollen: Wie bisher sind dies Hildegard Dombrowe und Carsten Holtschneider, die jetzt von Josef Weidner unterstützt werden. Sie teilen sich die Aufgabe Klimaschutz mit verschiedenen Schwerpunkten.

Der Architekt Holtschneider ist dabei für die bautechnischen Projekte und energetische Gebäudesanierungen zuständig, die Biologin Dombrowe, aus dem Bereich Umwelt- und Naturschutz, wird sich mit Weidner die Öffentlichkeitsarbeit und die Betreuung der Arbeitsgruppe Klimaschutz teilen. Beide sind auch für die Koordination der Umsetzung des kommunalen Aktionsplans Klimaschutz zuständig. Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) hofft, durch einen zusätzlichen Mitarbeiter auch die zahlreichen Fördertöpfe des Bundes und der EU für Klimaschutzprojekte besser anzapfen zu können.

„Wir müssen auch die Bürger für dieses Thema gewinnen“, sagt Hunkel. Dies gelte besonders beim Thema Gebäudesanierung. Hier werden laut Mitteilung der Stadt in den nächsten Jahren die energetischen Sanierungen im Vordergrund stehen mit dem Ziel, den Wärmebedarf vom 20-Liter-Haus zum 5-Liter-Haus herunter zu fahren. Zwar sind Stadt und vor allem die städtische Gewobau hier schon aktiv. Die Gewobau hat in ihren Wohnungen den Energieverbrauch in den Jahren 2008 bis 2014 dank vielfältiger Maßnahmen wie Wärmedämmung, neue Heizungen und Solaranlagen um 27 Prozent gesenkt, auch das Rathaus wurde energetisch saniert.

„Doch allein die städtischen Immobilien reichen nicht, auch die übrigen 6000 Gebäude müssen einbezogen werden“, sagt der Bürgermeister. Eine neue Broschüre, die im Titel „Energetische Gebäudesanierung und Werterhaltung in Neu-Isenburg“ bereits den Nutzen für den Eigentümer anspricht, soll dies der Bevölkerung schmackhaft machen.

Das Klimaschutz-Trio will auch die vorhandenen Förder- und Beratungsangebote weiter kommunizieren und die Bürger motivieren, diese auch zu nutzen. Dafür ist eine noch engere Kooperation mit Organisationen wie der Energieberatung der Stadtwerke, der Verbraucherzentrale, der Hessischen Energiesparaktion, dem Energienetzwerk und der Bürgerenergiegenossenschaft geplant.

Darüber hinaus werden vermehrt themenbezogene Veranstaltungen, Aktionstage und Flyer sowie Kampagnen angeboten. Für spezielle Zielgruppen wie Kitas, Schulen und Hauseigentümer soll es passgenaue Angebote geben.

„Das Thema endet nicht an den Stadtgrenzen“, sagt Hunkel. Deshalb gibt es Kooperationen mit anderen Kommunen im Kreis. Derzeit werden die Voraussetzungen sondiert, um Förderprogramme für die Schaffung einer Stelle für interkommunales Klimaschutzmanagement in Anspruch nehmen zu können.

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