Aus für große Photovoltaikanlage

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Dietzenbach Stadtwerke stoppen Pläne wegen Gesetzesänderung/ Nicht mehr wirtschaftlich

Die Dietzenbacher Stadtwerke haben die Pläne für den Bau einer drei Hektar großen Photovoltaikanlage gestoppt. Die ebenerdige Anlage an der Albert-Einstein-Straße im Gewerbegebiet Mitte ist nach Ansicht der Stadtwerke nicht mehr wirtschaftlich umsetzbar.

Noch am Donnerstagnachmittag waren Christian Locke und Michael Würz von der Geschäftsleitung der Stadtwerke zuversichtlich, dass sich das 1,8 Millionen Euro teure Projekt trägt – trotz der am Donnerstag vom Bundestag beschlossenen Reduzierung der Einspeisevergütung von 18,5 auf 13,5 Cent pro Kilowattstunde.

Denn sie gingen von einer Übergangsfrist aus, die zum 30. Juni endet. Wäre es den Stadtwerken also gelungen, die Anlage mit 5046 Modulen, die Strom für 280 Vier-Personen-Haushalte liefern sollte, innerhalb der Frist ans Netz zu bringen, hätten sie noch die ursprüngliche Vergütung erhalten. Die Stadtwerke hofften mit der Anlage nach 20 Jahren einen Überschuss von 700000 Euro zu erzielen.

Das ist nun alles vom Tisch. Der Bundestag habe sich für eine Regelung entschieden, nach der die Stadtwerke das Planungsverfahren für die Photovoltaikanlage bis zum 1. März hätten einleiten müssen, um noch in den Genuss der vollen Förderung zu kommen, erläuterte Würz. Das aber ist nicht der Fall.

Die Stadtwerke gehen nicht davon aus, dass der Bundesrat die Regelung noch kippt. „Wir haben die Pläne für die Photovoltaikanlage in die Schublade gelegt“, sagte Locke der FR. Eine bereits im vorigen Jahr beschlossene Änderung der Einspeisevergütung für Strom aus Pellets hat auch die Pläne der Stadtwerke für ein Biomasseheizkraftwerk gestoppt.

Das hatten sie gemeinsam mit der Energieversorgung Offenbach (EVO) für 6,5 Millionen Euro an der Philipp-Reis-Straße bauen wollen.

Die Projektpartner arbeiten derzeit an einem neuen Konzept, das, wie EVO-Pressesprecher Martin Ochs sagte, noch im Frühjahr präsentiert werden soll. Die Alternative könnte nach Angaben beider Projektpartner ein reines Heizwerk sein. In diesem könnten Pellets verfeuert und die entstehende Wärme in das Fernwärmenetz eingespeist werden. Ochs spricht von „grüner“ Fernwärme. Pellets stellt die EVO selbst in einer Anlage auf dem Allessa-Gelände in Offenbach her.

Locke sagte, die Investitionskosten für das reine Heizwerk könnten sich auf 1,5 bis zwei Millionen Euro belaufen. Ein genaues Wirtschaftlichkeitsmodell liege noch nicht vor.

Klar ist, dass sich der Aufsichtsrat und die Stadtverordneten noch mit dem Kraftwerk befassen werden. Schließlich haben sie grünes Licht für den Bau eines Biomasseheizkraftwerks gegeben und noch nicht für die alternativen Pläne.

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