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Stadt wirbt um Firmen in Fernost

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Von: Christoph Manus

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Öffentlich begehbarer Park der Firma Controlware Dietzenbach
Öffentlich begehbarer Park der Firma Controlware Dietzenbach © Sascha Rheker/attenzione

Die Dietzenbacher Wirtschaftsförderung will sich künftig verstärkt um Unternehmen aus China, Japan und der Türkei bemühen, die auf dem deutschen Markt Fuß fassen wollen.

. Es gebe bereits Kontakte zu „Keyplayern“ in diesen Ländern, sagte Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) gestern. Auch eine neue Standortbroschüre ist nicht nur in englischer, sondern auch in chinesischer Sprache zu haben.

Potenzial sieht Rogg zudem im Bereich Informationstechnologien (IT). 80 Unternehmen in Dietzenbach seien bereits in dieser Sparte tätig, darunter bekannte Firmen wie Controlware und Lexmark. Die Wirtschaftsförderung plane für das kommende Frühjahr eine Runde mit den großen Unternehmen dieser Branche, die als „IT-Forum“ auch in die Region ausstrahlen soll. Die Stadt will sich zudem um die Ansiedlung eines IT-Instituts „aus der Hochschullandschaft“ bemühen. Eine Kooperation könnte es laut Rogg zum Beispiel mit der Technischen Universität Darmstadt geben.

Positiv für die Stadt beurteilt er die Entwicklung bei der Rewe Group, dem mit etwa 700 Beschäftigten größten Arbeitgeber in der Kreisstadt. Das Unternehmen könne sich vorstellen, sich mit einem großen Projekt am Standort zu engagieren, berichtete der Bürgermeister. Dabei gehe es um eine Modernisierung. Weil in Groß-Gerau ein neues Zentrallager entstehen sollte, wollte Rewe Stellen vom Standort Dietzenbach verlagern. Das Lager wird jedoch nicht gebaut. „Wir waren kurz davor, Rewe zu verlieren. Jetzt sitzen wir wieder an einem Tisch“, sagte Rogg.

Das Ladenzentrum auf der Brachfläche „Baufeld C“ zwischen Kreishaus und Busbahnhof könnte bereits zum Weihnachtsgeschäft im kommenden Jahr öffnen. Die Teilgenehmigung sei erteilt. Vielleicht werde Investor Albert ten Brinke noch vor Weihnachten den symbolischen Spatenstich für das Gebäude vollziehen, das Platz für einen Tegut- und einen Lidl-Markt sowie eine dm-Drogerie bieten soll. Dass dieses zwischenzeitlich schon als gescheitert geltende Projekt doch noch verwirklicht wird, verbucht Rogg als Erfolg. Als solchen wertet er auch, dass das Ärztezentrum samt Radiologie den Betrieb aufgenommen hat, es sei ein wichtiger Standortfaktor.

Wichtige Neuansiedlungen

Als wichtige Neuansiedlungen nannte die Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, Gabi Guddat, zudem die psychiatrische Tagesklinik, die derzeit an der Offenbacher Straße entsteht und den geplanten Bau eines Seniorenpflegeheims an derselben Straße.

Wer künftig das von der Stadt als Übergangsrathaus genutzte Verwaltungsgebäude an der Dieselstraße nutzt, werde bis Jahresende entschieden, kündigte Rogg an. Ziel sei es, dieses an ein Unternehmen, das sich neu ansiedeln möchte, zu verkaufen.

Für den Standort Dietzenbach wirbt die Stadt künftig auch mit den Belegschaften von Unternehmen, die sich mit dem Ortsschild fotografieren lassen. Damit setzt die Stadt das Projekt „Wir grüßen uns“ fort, mit dem sie in diesem Jahr den hessischen Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“ gewann.

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