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Stadt will am Bus sparen

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Von: Christoph Manus

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Der Rödermärker Stadtbus ist fast nur auf dem Weg zur Schule voll. Nachmittags fährt er öfter fast leer.
Der Rödermärker Stadtbus ist fast nur auf dem Weg zur Schule voll. Nachmittags fährt er öfter fast leer. © Martin Weis

Erst im letzten Jahr gestartet, steht der Stadtbus schon wieder auf dem Prüfstand. Zwei Linien sollen wegfallen - es gibt zu wenig Fahrgäste.

Weil die Stadtbusse zu oft leer oder mit sehr wenigen Fahrgästen auf ihren zwei Linien durch Rödermark kurven, schlägt der Magistrat zwei Varianten zu einer Reduzierung des Angebots vor. Die Stadtverordneten sollen entscheiden, ob es nur noch eine Stadtbuslinie geben soll, oder ob sogar nur noch Schüler befördert werden.

Zu dieser zweiten Variante tendiert nach Angaben von Bürgermeister Roland Kern (Andere Liste) der Magistrat. Sie würde, wie er gestern erläuterte, die Stadt nur noch 63 000 Euro pro Jahr kosten – eventuell sogar gar nichts. Wenn nur noch die Schüler, die mindestens drei Kilometer von der Schule entfernt wohnen, befördert würden, müsste nach Ansicht Kerns nämlich der Kreis Offenbach die Kosten für den Bus tragen.

Künftig eine statt zwei Stadtbuslinien zu betreiben, würde den städtischen Etat nach Zahlen Kerns mit 112 000 Euro im Jahr belasten. Das bisherige Modell koste samt Personalausgaben 135 000 Euro.

Stadtverordnete entscheiden im November

Den erst im vergangenen Sommer in Betrieb genommenen Stadtbus einfach einstellen, kann die Stadt schon aus rechtlichen Gründen nicht. Denn noch bis Ende des kommenden Jahres läuft ein Probebetrieb, der zwischen ihr, der Kreisverkehrsgesellschaft und dem Busunternehmen Hain vertraglich fixiert wurde. Spätestens in der Novembersitzung müssen die Stadtverordneten aber entscheiden, ob 2015 noch ein Stadtbus fahren soll. Denn die Ausschreibung müsste laut Kern noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden.

Kern hielt es gestern für eine Möglichkeit, vom Fahrplanwechsel im Dezember an zunächst zu erproben, wie der Stadtbusbetrieb mit nur einer Linie läuft – also „die Tür doch noch nicht ganz zuzuschlagen“. Nach wie vor sei er der Meinung, dass ein Stadtbus eine Bereicherung für Rödermark sei. „Aber nur, wenn er funktioniert“, sagte er gestern. Erster Stadtrat Jörg Rotter (CDU) kann sich vorstellen, dass eine abgespeckte Version mehr Akzeptanz erfahre.

Bisher sind die Fahrgastzahlen gering. Gerade einmal 200 Beförderungen gibt es laut Stadt an Werktagen im Schnitt – zieht man den Schülerverkehr ab. Im Frühsommer seien es sogar nur noch 150 gewesen. Bürger beschwerten sich, dass Busse leer durch die Stadt führen, sagte Kern. Die FDP hatte schon im März für die Einstellung des Stadtbusbetriebs geworben. Sie sprach von Geldvernichtung. Kern sagte schon damals, man prüfe eine „Magervariante“, die sich weitgehend auf den Schülerverkehr konzentriere, aber auch den Einsatz kleinerer Busse.

Dieser Vorschlag ist aber offenbar vom Tisch. Nur kleine Busse fahren zu lassen, sei wegen der hohen Fahrgastzahlen im Schülerverkehr nicht möglich. Kleine und große Busse fahren zu lassen, führe dagegen zu einer massiven Steigerung der Kosten, heißt es in der Vorlage des Magistrats.

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