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Die Versichertenberater Lieselotte Füßl und Karl-Heinz Müller sind künftig zweimal die Woche im Rathaus.
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Die Versichertenberater Lieselotte Füßl und Karl-Heinz Müller sind künftig zweimal die Woche im Rathaus.

Ehrenamtliche Versichertenberater Dietzenbach

Stadt streicht, Beratung bleibt

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Seit Anfang diesen Jahres gibt es aus Kostengründen keine städtische Rentenberatung mehr. Trotzdem werden Fragen zur Rente weiterhin beantworten: Zwei ehrenamtliche Versichertenberater helfen der Stadt, ein Angebot im Rathaus aufrechtzuerhalten.

Seit Anfang diesen Jahres gibt es aus Kostengründen keine städtische Rentenberatung mehr. Trotzdem werden Fragen zur Rente weiterhin beantworten: Zwei ehrenamtliche Versichertenberater helfen der Stadt, ein Angebot im Rathaus aufrechtzuerhalten.

Obwohl es seit Anfang dieses Jahres aus Kostengründen keine städtische Rentenberatung mehr gibt, müssen sich Dietzenbacher, die Hilfe bei den umfangreichen Formularen benötigen, auch künftig nicht auf den Weg nach Darmstadt oder Frankfurt machen, wo die Deutsche Rentenversicherung Geschäftsstellen unterhält. Zwei ehrenamtliche Versichertenberater helfen der Stadt, ein Angebot im Rathaus aufrechtzuerhalten. Zweimal die Woche bieten Lieselotte Füßl und Karl-Heinz Müller, künftig Sprechstunden an. Die bisherige Rentenberaterin Sabine Böhm arbeitet nun in der städtischen Seniorenarbeit.

Die Streichung des bisher städtischen Angebots hilft der Stadt, etwa 50 000 Euro zu sparen. Die neue externe Rentenberatung kostet weder sie noch die Bürger etwas. Die Kreisstadt stellt lediglich einen Raum im Rathaus und einen Kopierer zur Verfügung.

Füßl (62) und Müller (63) verfügen nicht nur durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit für die Rentenversicherung über jahrelange Erfahrung in diesem Bereich. Sie war Schwerbehindertenvertrauensfrau bei Sanofi-Aventis und kann daher auch beim Stellen von Schwerbehindertenanträgen helfen. Er hat 45 Jahre für die Sozialversicherung gearbeitet. Sein Schwerpunkt war die gesetzliche Krankenversicherung. In Dietzenbach ist Müller auch bei der Tafel aktiv und unterstützt die Schuldenberater. Viele Menschen seien mit den vielen Vordrucken, die für die Rentenanträge auszufüllen seien , überfordert, sagt er. „Sie sind froh, wenn ihnen jemand helfen kann.“ Manche legten einen ganzen Packen Papier auf den Tisch und sagten „Mach mal!“, berichtet Füßl.

„Ich bin froh, dass sich zwei Menschen gefunden haben, die sich der Materie annehmen wollen“, sagt Erster Stadtrat Dietmar Kolmer (CDU). Besonders bei der Dietzenbacher Bevölkerungszusammensetzung sei das Angebot vonnöten. Es gebe viele Wissenslücken. „Wir haben einen enorm hohen Bedarf“, sagt Walter Fontaine, Fachbereichsleiter Soziale Dienste. Allein 2012 seien rund 1000 Beratungsgespräche geführt, 470 Anträge entgegengenommen worden. Ohne die ehrenamtliche Hilfe hätte man „Menschen, die in Not sind, nach Frankfurt oder Darmstadt verweisen müssen“. Dort doch wartet, wer Beratung benötigt, drei Monate auf einen Termin.

Auch von den Nachbarstädten bieten immer weniger selbst eine Rentenberatung an. Trotz vehementen Protests der Oppositionsfraktionen sparte etwa in Rodgau die Parlamentsmehrheit die Stelle und damit etwa 60 000 Euro zum vergangenen Jahr ein. Die Stadt verweist seitdem etwa auf das Angebot der ehrenamtlichen Versicherungsberater Karl-Heinz Hackel und Volker Buschmann.

In Langen fielen vergangenes Jahr nach Einstellung der Rentenberatung sogar zwei Stellen weg. Die Stadt spart dadurch etwa 140 000 Euro. In Dreieich wurde das städtische Angebot im Zuge der Konsolidierungsbemühungen bereits 2012 gestrichen. Dort kommt nun jede Woche ein ehrenamtlicher Berater ins Rathaus. Auch in Rödermark gibt es keine hauptamtliche Rentenberatung mehr.

Ausnahme bleibt das finanziell vergleichsweise gut gestellte Neu-Isenburg. „Wir haben nicht vor, die Rentenberatung abzuschaffen“, sagt Pressesprecherin Cornelia Doebel.

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