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Musik in der Stadt: Die Band Myris

Rodgau

Die Stadt rockt

In der Jügesheimer Musiknacht sind die Straßen voll, doch die Geschäfte bleiben leer. Das mag am frühen Ende des Musikprogramms liegen - schon um 21.30 Uhr herrscht wegen der Anwohner Ruhe.

Von Stephen Wolf

„Endlich mal was los hier“, findet die 16-jährige Susanne und wiegt sich im Rhythmus der Gitarrenriffs. Viele Besucher sind auf den Straßen des Rodgauer Stadtteils unterwegs. Es ist die dritte Jügesheimer Musiknacht und neben der Abteilung Rock, gibt es an unterschiedlichen Plätzen auch Blues, Soul oder Salsa.

Frank Redemann ist der Vorsitzende des gemeinnützigen Rodgauer Kulturvereins Impuls, der auch die Musiknacht organisiert hat. Wie der 43-jährige Prokurist sagt, sollen sowohl die älteren Semester – etwa bei der Blues-Bühne – oder die Liebhaber südamerikanischer Rhythmen sowie die Rock-Fans auf ihre Kosten kommen. „Ein Spagat“, wie er einräumt. Das langfristige Ziel der Jügesheimer Musiknacht sei es, neben der Förderung der heimischen Bands in den kommenden Jahren auch deutschlandweit bekannte Künstler einzuladen.

Zumindest was die Vielfalt des Angebots betrifft, kommen die Rodgauer ihrem Ideal an diesem lauen Samstagabend ziemlich nahe: Während Rock-Fans bei der AC/DC-Cover-Band AB/CD die langen Haare durch die Luft wirbeln, wird vor einer Metzgerei Salsa getanzt. Einige Meter weiter heizt die Soul-Band „Soulution“ mit zwei Sängerinnen den Zuhörern ein. Senioren, Erwachsene und Jugendliche stehen einträchtig beisammen und singen gemeinsam mit.

Doch weil auch die Rücksicht auf die Bevölkerung einen hohen Stellenwert beim Kulturverein Impuls einnimmt, müssen in diesem Jahr die Verstärker, Gitarren und Gesangsmikrofone pünktlich um 21.30 Uhr ausgestöpselt werden. 2009 ging die Veranstaltung noch anderthalb Stunden länger.

„Es ist uns wichtig, dass sich die Anwohner so wenig wie möglich gestört fühlen“, sagt Redemann. Doch wie schwierig es ist, alle zufriedenzustellen, das zeigt sich anhand der Lage im Jügesheimer Einzelhandel. Zwar haben etliche Geschäfte geöffnet, doch längst nicht so viele wie 2009. Das, so vermutet Redemann, liege eventuell am früheren Ende der Veranstaltung. Bei Sport Berger in der Hintergasse herrscht Unmut darüber. „Weil viele Geschäfte in diesem Jahr nicht geöffnet haben, fehlt das einheitliche Bild“, sagt Geschäftsführerin Mirella Berger. Das führe dazu, dass kaum Kunden kommen, obwohl die Belegschaft bis 22 Uhr bereit steht. „Es hat sich nicht herumgesprochen, dass die Geschäfte heute länger geöffnet haben“, sagt sie. Tatsächlich ist auch in vielen anderen Geschäften wenig los, obwohl zahlreiche Menschen an diesem Abend unterwegs sind.

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