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Sportliche Tierliebe

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Im Verein für Polizei- und Schutzhunde Neu-Isenburg trainieren auch viele Jugendliche. Dabei müssen nicht nur die Tiere ordentlich ackern.

Von Anne Jäger

Wenn Schäferhund und Pudel über Hindernisse springen, einen Slalom absolvieren und kleine Gerüste erklimmen während ihr Herrchen hinterherhechelt, mag das für das ungeschulte Auge aussehen wie ein neues Fitnessprogramm für den Zweibeiner. Doch dieser Parcours gehört zum Vierkampf im Hundeturniersport, für den Herrchen und Frauchen mit ihren Vierbeinern beim Verein für Polizei- und Schutzhunde Neu-Isenburg (VPS) trainieren. Und das mit Erfolg: Sarah Kreicker vom VPS ist Deutsche Vizemeisterin.

Beim VPS betätigt man sich jedoch nicht nur im Turniersport. Neben Welpen-Spielstunden sowie Training für Fährtenarbeit und Schutzdienst können Mitglieder auch für die Begleithundeprüfung üben. Hier müssen die Vierbeiner beweisen, dass sie Gehorsam leisten, das heißt, auf Kommandos hören und auch ohne Leine bei Fuß gehen. „In erster Linie will ich, dass mein Hund auf mich hört und überall mit hinkann“, berichtet die Pressesprecherin des Vereins, Heidi Leichter-Batz, „auch in Gaststätten zum Beispiel.“

Prüfung fur Hund und Halter

Doch nicht nur das Haustier muss für die Prüfung ackern, denn im theoretischen Teil wird auch das Wissen über den Hund und dessen Körpersprache abgefragt. „Wer sich einen Hund zulegt, übernimmt eine Riesenverantwortung“, findet Leichter-Batz.

Wer die Prüfung absolviert, erhält nicht nur eine Urkunde, sondern muss auch für seinen Hund weniger Steuern zahlen, wenn dieser auf der Liste für gefährlich geltende Hunde steht. Heidi Leichter-Batz lehnt diese Liste ab, denn immer sei der Halter für das Verhalten seines Tieres verantwortlich, sagt sie. „Auch der harmlos aussehende Dackel kann beißen.“

Als der Verein sich im Jahr 1912 gründete, hießen die Prüfungen noch Zucht-, Schutz- und Polizeihundeprüfung, deshalb der Vereinsname, erklärt Leichter-Batz.

Jährlicher Wettkampf

170 Mitglieder hat der VPS, dessen Gelände in der Siemensstraße liegt. Diese organisieren einmal im Jahr einen Wettkampf im Turnierhundesport, helfen bei der Auswertung und als Streckenposten während des Geländelaufs und sorgen für das leibliche Wohl der Gäste.

Unter den Mitgliedern sind viele Jugendliche – bei anderen Hundevereinen ist das eine Seltenheit. Johanna Krumb gehört mit ihren zwölf Jahren zu den Jüngsten. „Viele kommen schon mit ihrem ersten Hund in den Verein“, sagt Heidi Leichter-Batz, „und freunden sich dann untereinander an.“ Dennoch warnt sie Eltern davor, Kindern zu früh den Hunde-Wunsch zu erfüllen. „Ein sechsjähriges Kind kann die Verantwortung nicht allein übernehmen.“

Auch sollte gut überlegt werden, welche Hunderasse dann demnächst an den Pantoffeln nagt, und nicht aufgrund der großen Kulleraugen entschieden werden.

Infos: www.vps-neu-isenburg.de

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