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Asylbewerber

Sportler öffnen Clubheim für Flüchtlinge

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Ab Aschermittwoch muss Rodgau 16 Asylbewerber aufnehmen. Die Wohnungen, in denen die Menschen unterkommen sollen, werden gerade mit Hochdruck renoviert. Eine davon stellt auch die Sportgemeinschaft Nieder-Roden zur Verfügung.

Lange war es nur eine Drohung: Weil der Kreis sich von den Kommunen bei der Unterbringung von Flüchtlingen nicht genügend unterstützt sah, hatte Kreis-Sozialdezernent Carsten Müller (SPD) im Oktober angekündigt, den Städten und Gemeinden die Verantwortung für die Aslybewerber zu übertragen, die in wieder größerer Anzahl in Deutschland Schutz suchen.

Bezahlbarer Wohnraum knapp

Nun geht es ganz schnell – nach dem Geschmack etwa der Rodgauer Stadtspitze deutlich zu schnell. Schon am Aschermittwoch muss die größte Kommune im Kreis Offenbach 16 Flüchtlinge aufnehmen. Dass fünf von diesen kleine Kinder sind, und die Asylbewerber aus Äthiopien, Afghanistan, Eritrea, Pakistan und Somalia stammen, weiß die Stadt nach eigenen Angaben erst seit zehn Tagen. Bis die große Gemeinschaftsunterkunft, die der Kreis auf eigene Rechnung an der Schule am Bürgerhaus in Nieder-Roden hochziehen will, fertig ist, wird es aber noch mindestens ein halbes Jahr dauern. Und bezahlbare Wohnungen sind auch in Rodgau knapp.

„Die Zeit rennt uns davon“, sagt Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP) – und spricht von einer Herkulesaufgabe für die Stadt. Zwar wird sie keinen der Flüchtlinge in Hotelzimmern unterbringen müssen. Sie selbst hat noch drei Wohnungen zur Verfügung. Zwei weitere hat sie gerade angemietet. Unter den Vermietern ist die Sportgemeinschaft Nieder-Roden, die die Wohnung in ihrem Clubheim anbot. „Respekt“, kommentiert Schüßler.

Küchensachen fehlen noch

Nun aber gilt es, die Unterkünfte auf den letzten Drücker herzurichten und mit Küchen auszustatten. „Wir renovieren über das Wochenende“, sagt Schüßler. Töpfe und andere Einrichtungsgegenstände seien auch noch zu besorgen.

Der Kreis Offenbach wird die Miete für die Wohnungen übernehmen. Dennoch geht die Stadt Rodgau davon aus, dass sie auf Kosten sitzenbleibt. So erstatte der Kreis die Unterkunftskosten etwa erst, sobald eine Wohnung belegt sei. Weil dieses Jahr aber jeden Monat 16 neue Flüchtlinge nach Rodgau kommen sollen, müsse die Stadtverwaltung rechtzeitig Wohnraum organisieren und bereithalten, sagt Schüßler. Das sei auch mit großen logistischen Schwierigkeiten verbunden. Den Kindern will die Stadt den Besuch von Kitas ermöglichen.

„Ganz beträchtliche Kosten“ könnten der Stadt laut Schüßler auch bei der Ausstattung der Wohnungen entstehen. Denn der Kreis zahlt nur bis zu bestimmten Beträgen. Mehr als 750 Euro darf die Stadt nach Angaben des Sozialdezernenten zum Beispiel nicht pro Küche ausgeben. Zahlt sie mehr, trägt die Stadt die Kosten – und das obwohl ihr der Kreis bislang nicht mal den Haushalt genehmigt hat, wie Schüßler betont. Dasselbe gilt für die Renovierung. Auch hier legt die Stadt drauf, wenn sie mehr als fünf Euro pro Quadratmeter investiert.

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