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Ein Zweitwohnsitz könnte in Langen bald extra kosten (Symbolbild).

Wohnen in Langen

Zweitwohnungen sollen in Langen Geld kosten

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Die Stadt Langen denkt über die Einführung einer Steuer für Zweitwohnsitze nach.

Dietzenbach hat sie, Offenbach und Darmstadt haben sie auch, und in Frankfurt wurde sie zum 1. Januar dieses Jahres eingeführt: Die Zweitwohnsitzsteuer soll den Kommunen zusätzliche Euros in den Stadtsäckel spülen. Auch in Langen denkt man nun über die Einführung dieser Steuer nach, die Menschen zahlen müssten, die sich in der Stadt eine Zweitwohnung leisten können.
Die Langener SPD hat diese Geldeinnahmequelle ins Spiel gebracht.

In der November-Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses lag ein Antrag der Fraktion auf Einführung der Zweitwohnsitzsteuer vor. „Menschen, die hier leben und unsere Infrastruktur nutzen, sollen an den Steuerzahlungen beteiligt werden“, begründet stellvertretender Fraktionsvorsitzender Rainer Bicknase gegenüber den FR den Antrag. Die CDU legte einen Änderungsantrag vor mit dem Zusatz „sofern der Ertrag höher als der Aufwand ist“.

Die Ausschussmitglieder kamen aber überein, den Punkt bis Anfang dieses Jahres zu schieben.
An Helga Uhl, Fachbereichsleiterin Finanzen, liegt es, eine Vorlage für den parlamentarischen Beratungsgang zu erstellen. „Das Thema steht wahrscheinlich erst am 28. März im Haupt- und Finanzausschuss wieder auf der Tagesordnung“, sagt sie, und nennt Zahlen: 939 Personen haben derzeit einen Nebenwohnsitz in der Stadt; das sind 2,4 Prozent aller Einwohner. Viele sind aber von der Steuerpflicht befreit – etwa auswärtige Ehepartner, die nur aus beruflichen Gründen eine Wohnung in Langen haben, oder Studierende beziehungsweise Auszubildende, die eine Wohnung ihrer Eltern in der Stadt nutzen.

Das Thema ist nicht neu, sondern quasi aufgewärmt: Schon 2012 hatten sich die Stadtverordneten mit der Steuer auf Zweitwohnungen beschäftigt, sahen jedoch davon ab. „Der Antrag war damals schon kurz vor der Beschlussfassung, wurde dann aber in der Sitzung zurückgezogen“, sagt Uhl. Grund: Auch Einheimische, die in Langen eine Zweitwohnung haben, hätten diese Steuer zahlen müssen. Uhl nennt Beispiele für eine solche Steuerpflicht: Die Eltern sind getrennt, das Kind lebt sowohl bei der Mutter als auch beim Vater. Oder: Einer lebt im Altenheim, der andere noch in der ehelichen Wohnung, ist aber an beiden Wohnsitzen gemeldet. Rund 70 Personen gehören zu diesem Personenkreis. 

Dietzenbach hat bereits 2014 eine Satzung zur Zweitwohnsitzsteuer erlassen. Dort verlangt man zehn Prozent der Nettokaltmiete. „Unser erstmaliger Erhebungsaufwand war gigantisch, hat zu großen Verzögerungen geführt“, sagt Axel Gehrig, Fachbereichsleiter Finanzen. 2017 habe man deshalb viele rückwirkende Bescheide erlassen. Derzeit erhebt die Stadt auf 64 Wohnungen die Steuer, die in diesem Jahr 50 000 Euro in die Kasse spülen soll. Die Zahl der gemeldeten Zweitwohnungen sei erheblich höher, doch der größte Teil der Personen sei wegen Studiums, geringen Einkommens oder aus beruflichen Gründen von der Steuer befreit. 

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